Natur- und Klimaschutz – Harmonisches Verhältnis

Mit heute mehr als 300 Gigawatt installierter Leistung weltweit vermeidet die Windenergie nach Berechnungen des Global Wind Energy Council (GWEC) jedes Jahr mehr als 400 Millionen Tonnen CO₂. Vom Ausbau auf See profitiert auch die Natur.

Die Völkergemeinschaft hat auf der Klimakonferenz 2013 in Warschau ihr Ziel bekräftigt, die weltweite Erwärmung langfristig nicht über 2 Grad ansteigen zu lassen. Dazu müssen nach Berechnungen der Klimaforscher des Weltklimarats IPCC die globalen CO₂-Emissionen ab dem Jahr 2020 deutlich sinken. Der Energiewirtschaft stehen ein­schneidende Umwälzungen bevor. Der Kraftwerkssektor hat heute einen Anteil von 40 Prozent an den Treibhausgasemissionen und ist damit der größte Emittent von Klimagasen. Nach Berechnungen der Internationalen Energie Agentur (iea) in Paris muss der Sektor seine Emissionen bis 2050 um die Hälfte zurückfahren. Der Windenergie komme dabei eine entscheidende Rolle zu, sie sei „eine der wenigen Quellen guter Nachrichten in der Ent­wicklung der Low­Carbon­Technologien“, heißt es in der „Technology Roadmap Wind Energy 2013“ der iea.

Weltweite Windleistung soll 2030 2.000-Gigawatt erreichen

Den erwarteten Ausbau der Windenergie hat die Agentur folgerichtig von einem Anteil von 12 Prozent (Prognose 2009) an der weltweiten Stromerzeugung auf 15 bis 18 Prozent heraufgesetzt. Laut GWEC vermeidet die Windenergie schon heute mit mehr als 300 Gigawatt installierter Leistung deutlich über 400 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr. Zudem wird erwartet, dass die Windleistung weltweit kontinuierlich weiter ansteigt und um das Jahr 2030 die 2.000­-Gigawatt­Marke erreicht. Dann kann der so produzierte saubere Strom etwa 3,2 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus fossilen Stromquellen ersetzen. Das entspricht rund 10 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen des Jahres 2012.

Offshore-Windparks werden umweltverträglicher

Weiter positiv hat sich zuletzt auch die Einschätzung der Naturverträglichkeit des Windenergieausbaus auf See entwickelt. Dass die Windenergie an Land keinen erheblichen Einfluss auf Vögel und Fledermäuse hat, wurde in den vergangenen Jahren durch mehrere Studien nachgewiesen. Ende 2013 stellten dann Forscher nach fünf Jahren intensiver Arbeit fest, dass auch Offshore­Windparks keine bleibenden Schäden verursachen. Im Gegenteil: Sie bilden künstliche Riffe, an denen sich Muscheln, Seeanemonen, Seelilien und Seesterne ansiedeln.

Auch bei den Fischen zeige sich nach einigen Betriebsjahren eine gestiegene Artenvielfalt. Negative Folgen für Meeressäuger wie Schweinswale bleiben nach Untersuchungen im Auftrag des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) dagegen weitgehend aus: Die Kleinwale kommen nach Errichtung der Parks zurück.

Für die Bauzeit hat das Bundesumweltministerium (BMU) Ende 2013 neue, strengere Vorgaben für den Schallschutz erlassen, um eventuelle Belastungen so gering wie möglich zu halten. Auch die befürchteten Kollisionen von Vögeln mit den Anlagen treten äußerst selten auf und erweisen sich keineswegs als artenschädigend: Die meisten Vögel machen um die erleuchteten Rotoren einen weiten Bogen.