Halbjahreszahlen Windenergie an Land

Foto: Paul Langrock / Agentur Zenit

Die Brutto-Zubau-Zahlen der Windenergie an Land von insgesamt 2.281 MW bzw. 790 Anlagen im ersten Halbjahr 2017 bestätigen den erwarteten starken Ausbau im Übergang. Prognosen zeigen deutliche Risiken in 2018/19 auf.

In der vergangenen Woche stellten der BWE und VDMA Power Systems die Halbjahreszahlen für den Ausbau von Windenergie an Land in Deutschland vor. Den Zahlen nach wurden im ersten Halbjahr insgsamt 790 Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 2.281 MW gebaut. Das entspricht einem Zuwachs von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im selben Zeitraum wurden 146 Anlagen mit einer Leistung von 167 MW abgebaut, sodass sich ein Netto-Zubau von 644 Windenergieanlagen mit 2.114 MW ergibt. Somit produzieren derzeit 27.914 Windenergieanlagen deutschlandweit sauberen Strom.

Weitere Zahlen, das Factsheet zum Ausbau sowie die Zubauprognosen über 2017 lesen Sie in der aktuellen Meldung des Bundesverband WindEnergie.

Blick über die Landesgrenzen. Der Weltmarkt ist derzeit weitgehend stabil mit einer leicht rückläufigen Tendenz. Hierbei blickt der VDMA Power Systems mit gewisser Sorge auf die Entwicklung im Freihandel und im wichtigen türkischen Markt.

Ein Rückblick zeigt, dass die IEA  und der BP-Energy Outlook zu Beginn 2017 für die Zeit bis 2035 ein stark vom weltweiten Wachstum der Erneuerbaren geprägtes Bild zeichneten. „Getrieben ist das Wachstum durch zunehmende Konkurrenzfähigkeit“, so der BP Energy Outlook . Zu dieser Prognose kommen damit Institutionen, die historisch eng mit der traditionellen Kohle- und Ölindustrie verbunden sind.

Auf Basis unterschiedlicher Kostenszenarien zeigt BP, dass Windenergieanlagen etwa in den USA schon heute deutlich niedrigere Stromgestehungskosten aufweisen als die in der Stromwirtschaft konkurrierenden Kohlekraftwerke.  Zudem fallen keine externen Kosten für Klimaschäden und Endlagerung an. In China liegen die günstigeren Windparks heute gleichauf mit Kohle. In beiden Märkten sollen Windkraftwerke spätestens ab 2025 billiger sein. Der Energy Outlook rechnet mit Stromgestehungskosten über die Lebensdauer der Anlagen von etwa 4 bis 6 US-Cent je Kilowattstunde (kWh) - siehe Grafik.

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