„Wir erkennen die Gefahr des Eisansatzes“

IPMS - Frühzeitige Eiserkennung für mehr Sicherheit und optimierte Energieerträge.

Interview im Alexander Tewes, Geschäftsführer Leine Linde Systems GmbH. Beim diesjährigen „Heimspiel“ auf der WindEnergy Hamburg präsentiert LEINE LINDE SYSTEMS erstmalig ein hocheffizientes Eiserkennungssystem für Windenergieanlagen, das neue Maßstäbe setzt: Während herkömmliche Eissensoren vor Eis warnen, wenn es sich bereits gebildet hat, setzt IPMS auf ein präventives System.

Leine Linde System ist eine Branchenvertriebsgesellschaft  der Dr. Johannes Heidenhain GmbH und jetzt seit zwei Jahren am Markt. Was ist Ihr Kerngeschäft?

Heidenhain hat weltweit etwa 10 000 Mitarbeiter, wir kommen also aus einer Firmengruppe mit einer langen Historie. Und auch die Windbranche ist nicht neu für uns. Verschiedene Tochterunternehmen von Heidenhain stellen schon seit den 90er Jahren Komponenten für Windenergieanlagen her, zum Beispiel die Drehgeber für Generatordrehzahl, Pitch- oder Azimutverstellung oder auch Schleifringe. Mit der Leine Linde Systems wollten wir dieses Geschäft unter einem Dach zusammenfassen. Derzeit arbeiten wir mit acht erfahrenen  Mitarbeitern in Hamburg sowie diversen Kollegen in ausländischen Zielmärkten und sprechen jetzt auch direkt mit den WEA-Herstellern, um für deren Probleme Lösungen zu suchen. Bisher hatten wir als Zulieferer nur mit den Komponenten-Herstellern Kontakt.

Auf der Messe zeigten Sie ein Überwachungssystem für Eisbildung an der Windenergieanlagen. Wie arbeitet dieses?

Wir erkennen mit unserem System, ob die Gefahr des Eisansatzes unter den jeweils aktuellen Bedingungen möglich ist. Der Betreiber kann dann abschalten, damit sich das Eis gar nicht erst an den Rotorblättern bildet.

Also ein System zur frühzeitigen Eiserkennung inklusive Live-Monitoring. Wir nennen es IPMS.

Wenn sich die Wetterbedingungen wieder verbessern, kann der Betriebsführer in der Leitstelle über eine Kamera überprüfen, ob tatsächlich kein Eis an der Anlage ist. Kunden, die unser System einsetzen, haben beobachtet, dass sie weniger Ertragsausfall und entsprechend Mehrertrag haben, weil sie unter Umständen die Anlagen deutlich früher wieder in Betrieb nehmen können.

Wie viele Stück haben Sie schon verkauft?

Ungefähr 20 Systeme sind im Einsatz, auf fünf verschiedenen Anlagentypen.

Was erwarten Sie für 2015?

Wir werden demnächst anfangen, das IPMS zu bewerben. Aber das ist ein ganz neuartiges System, das wir hier vorstellen. Es wird eine Weile dauern, bis es sich bei den Betreibern sowie bei den WEA-Herstellern etabliert.

An welchen weiteren Produkten arbeiten Sie gerade?

Im Detail möchte ich das nicht sagen. Grundsätzlich geht es darum, dass wir für kritische Bauteile Frühwarnsysteme entwickeln, damit Betreiber die Instandhaltung besser voraus planen können. So wie der Schleifring mit integriertem Diagnosesystem (ADSR), den wir ja schon anbieten. Unsere Gruppe hat große Erfahrungen in der Stahlindustrie oder in der Papierherstellung im Bereich Condition Monitoring,. Diese Erfahrung wollen wir jetzt auch für die Windbranche nutzen.