Energieerzeugung in den Kohlerevieren fortsetzen

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss die Nutzung fossiler Energieträger, insbesondere die Kohleverstromung, schrittweise reduziert werden. Die Nachnutzung bergbaulicher Flächen bietet dabei grundsätzlich gute Voraussetzungen zur Nutzung großer Potenziale für Photovoltaik und Wind. Dies ist ein Ergebnis des unlängst veröffentlichten Berichts „Erneuerbare Energien-Vorhaben in den Tagebauregionen“, der im Auftrag des BMWi erstellt wurde.

Die Energieunternehmen und Projektierer Vattenfall, BayWa r.e., Solarpraxis AG und Wattner sehen sich durch den Bericht in ihren Analysen bestätigt: Ab 2020 könnten große Solar-, Wind- und Hybridkraftwerke beider Energieformen auf diesen Tagebauflächen ohne jegliche Förderung realisiert werden. In Kombination mit Speicherlösungen und Sektorkopplung kann damit der Charakter der Kohlereviere als Energieregion bewahrt bleiben. Darüber hinaus ergeben sich Chancen für eine verstärkte industrielle Ansiedlung.

Der Projektbericht kommt darüber hinaus zu dem Schluss, dass der Bau von Erneuerbare-Energie-Kraftwerken auf den Tagebauflächen im großindustriellen Maßstab einen wesentlichen Beitrag zu einem ökonomisch erfolgreichen Strukturwandel leisten kann und damit neue Arbeitsplätze schaffen würde. Für den Bau von PV-, Wind- oder Hybridkraftwerken in der Größenordnung von mehreren hundert Megawatt brauche es neben den entsprechenden Instrumenten auch Pioniere, die in der Lage sind, derlei Projekte zu realisieren.

Matthias Taft, Energievorstand der BayWa AG, betont: „Wir als führender Projektenwickler stehen für eine solche Vorreiterrolle zur Verfügung. Wenn die Kraftwerke groß genug sein können – mit einer Leistung von mindestens 250 Megawatt – brauchen wir dafür keinerlei Fördermechanismen mehr. Wir sind in der Lage, ab dem Jahr 2020 große Solarparks und Hybridkraftwerke, ohne jegliche Förderung in den deutschen Tagebauregionen zu finanzieren, zu bauen und zu betreiben. Was wir benötigen, sind lediglich entsprechend geeignete Flächen sowie Netzanschlusspunkte mit ausreichender Kapazität.“

Claus Wattendrup, Leiter des Geschäftsbereiches Solar und Batterien bei Vattenfall, ergänzt: „Solarenergie ist bereits heute zu einer wichtigen Quelle für eine emissionsarme, erschwingliche Stromversorgung geworden. Und die Kosten für Photovoltaik sinken weiter. Wir haben bereits subventionsfreie Windprojekte in der Bauvorbereitung und sind sehr zuversichtlich, dass wir bald auch Solarprojekte in Deutschland sehen werden, die komplett ohne Subventionen auskommen.“

Dies könne ebenfalls für sog. Hybridkraftwerke zutreffen, also Kombinationskraftwerke von Solar und Wind, ergänzt um Batteriespeicher. Eine förderfreie Realisierung von PV-Großanlagen von mindestens 250 MWp würde außerhalb des EEG stattfinden. Das bedeutet nicht, dass Privat-, Gewerbe- und Industriedachanlagen sowie kleinere Freiflächenanlagen mittelfristig auf Förderungen verzichten können. Die Größe des Projektes ist entscheidend und ein wesentlicher Faktor für die Erreichung wettbewerbsfähiger Stromgestehungskosten.

Dass subventionsfreie Projekte bereits heute realisiert werden können, beweisen BayWa r.e. und Vattenfall gerade in Spanien und den Niederlanden. In Spanien hat BayWa r.e. auf einer Fläche von 265 Hektar den Solarpark Don Rodrigo mit einer Gesamtleistung von 175 MWp fertiggestellt. Das Projekt kommt ohne jegliche Förderung aus. Durch einen 15-jährigen Stromabnahmevertrages (Power Purchase Agreement, PPA) wird der Grünstrom gewinnbringend vermarktet. In den Niederlanden hat Vattenfall in 2018 den Zuschlag für den weltweit ersten subventionsfreien Offshore-Windpark Hollandse Kust Zuid mit einer Gesamtleistung von 700 MW erhalten.

Quelle: www.baywa-re.com