Erstmals mehr als 50 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien

2023 wurde mit fast 52 Prozent erstmals über die Hälfte des verbrauchten Stroms durch erneuerbare Energieträger gedeckt. Und erstmals wurde mit 56 Prozent auch deutlich mehr als die Hälfte des Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugt.

Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zum Bruttostromverbrauch zählt der gesamte Stromverbrauch aller Endverbraucher, also der Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen – abzüglich Umwandlungs- und Netzverlusten. Der Bruttostromverbrauch ist die maßgebliche Größe für die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien – im EEG und in den europäischen Richtlinien.

 

Weniger Strom aus Kohle

Den größten Beitrag (22 Prozent) zur Stromerzeugung leisteten Windkraftanlagen – vor allem an Land. Die Windenergie leistete erstmals mehr Strom als Braun- und Steinkohlekraftwerke zusammen. Fast 37 Prozent weniger Steinkohle und fast 25 Prozent weniger Braunkohle wurden zur Stromerzeugung genutzt.

 

Mehr Solaranlagen als jemals zuvor

Die Ausbaugeschwindigkeit bei Solaranlagen steigt enorm: Das Ausbauziel für 2023 von 9.000 MW (9 GW) wurde bereits Ende August erreicht. Insgesamt wurden 2023 über eine Million neue Anlagen installiert, mit einer Leistung von 14,6 GW. Das ist fast doppelt so viel wie 2022 – und mehr als im bisherigen Rekordjahr 2012.

Die Gesamtleistung aller Solaranlagen stieg um 14,6 GW auf 82,2 GW bis Ende 2023. Und der Zubau beschleunigt sich weiter: Im ersten Quartal 2024 wurden 3,7 GW neue Leistung installiert – fast 17,5 Prozent mehr als im ersten Quartal 2023. Damit kommt das Zwischenziel von 88 GW zum Ende des Jahres 2024 deutlich in Reichweite.

Sprunghaft gestiegen ist die Nutzung von Balkon-PV: Rund 300.000 neue Balkonkraftwerke wurden 2023 registriert, teilte die Bundesnetzagentur mit. Mit Balkon-PV kann jeder und jede auch zuhause preisgünstig Strom aus der Sonne gewinnen – auch wenn dies insgesamt mit etwa 1,5 Prozent und 200 MW nur einen kleineren Teil der zugebauten Leistung ausmacht.

Das Solarpaket I wird den Ausbau von Solarenergie weiter beschleunigen. Ab 2026 soll mehr als dreimal so viel Solarenergie zugebaut werden wie bisher. Bis 2030 sollen in Deutschland Solaranlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 215.000 MW (215 GW) auf Dächern installiert und auf Freiflächen aufgestellt sein.

 

Mehr Windräder am Netz und doppelt so viele genehmigt

Neue Anlagen werden bereits schneller genehmigt, der Zubau kommt voran: Bereits im ersten Halbjahr 2023 wurden 50 Prozent mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als im Jahr 2022. In Betrieb gingen bis Ende 2023 826 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 3,6 GW. Damit sind Anlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 61 GW installiert.

Der Zubau von Windenergieleistung nahm im ersten Quartal 2024 nochmals um 23, 6 Prozent zu – verglichen mit dem Vorjahresquartal. Bis Ende 2024 sollen an Land 69 GW Windkraftleistung erreicht werden.

Genehmigt wurden rund 1.500 Anlagen mit einer Leistung von 8 GW. Das sind beinahe doppelt so viele Genehmigungen wie 2022 oder 2021 – dank einfacherer Genehmigungsverfahren. So viele wie seit 2016 nicht mehr. Damit sind die Weichen für einen dynamischen Ausbau gestellt. Die Genehmigungszahlen des ersten Quartals 2024 zeigen, dass sich die Dynamik noch erhöht.

Mit dem „Wind-an-Land-Gesetz“ sollen alle Bundesländer die Windenergie an Land massiv ausbauen. Ausbauziele, Ausschreibungsmengen und Vergütungen für Windkraftanlagen wurden mit dem „EEG 2023“ erhöht. Das Bundeswirtschaftsministerium hat mit den Ländern und der Windkraftbranche eine „Wind-an-Land-Strategie“ vereinbart. Bis 2030 sind pro Jahr weitere Windanlagen mit 10.000 MW (10 GW) Leistung das Ziel.

Um die lokale Akzeptanz von Windenergie- und Solaranlagen zu stärken, sollen Anlagenbetreiber die Kommunen am finanziellen Ertrag beteiligen. Der Windenergiepark in Simmerath in der Eifel zeigt, wie Windkraft vor der Haustür zum Wohlstand einer Gemeinde beitragen kann.

 

Neue Ausschreibungen für mehr Windparks auf See

Grundsätzlich dauert der Bau von Windenergieparks auf See deutlich länger als an Land. Denn solche riesigen Projekte im Meer – weit weg vom Festland – sind technisch und logistisch aufwendiger zu verwirklichen. Auch bei Offshore-Windkraftanlagen ist deutlich mehr Dynamik zu erkennen.

2023 sind 27 neue Offshore-Anlagen mit einer Leistung von 0,257 GW in Betrieb gegangen. Damit stehen zurzeit 1.564 Windräder vor den Küsten von Nord- und Ostsee. Die installierte Leistung stieg auf knapp 8,5 GW.

Aktuell im Bau befinden sich vier weitere Windparks mit einer Leistung von 2,54 GW. 2024 sollen 0,718 GW dazu kommen. Dazu gehören die zwei bereits Ende 2021 genehmigten Windparks in der Nordsee – „Godewind 3“ und „Borkum Riffgrund 3“. Sie  sollen 2024 und 2025 ans Netz gehen .

Mit dem Windenergie-auf See-Gesetz sowie schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren will die Bundesregierung den Ausbau der Offshore-Windenergie voranbringen.

Mit einem neuen, dynamischen Verfahren werden mehr Flächen für neue Offshore-Windparks an Unternehmen vergeben: Die erste große Ausschreibungsrunde war ein Erfolg: Die erfolgreichen Bieter zahlen mehr als 13 Milliarden Euro, um vier Windparks in Nord- und Ostsee mit insgesamt sieben Gigawatt Leistung zu errichten. Damit wurden 8,8 GW erfolgreich bezuschlagt. Das ist mehr als die bisher insgesamt installierte Offshore-Leistung. Nun können die Unternehmen die neuen Offshore-Projekte verbindlich planen.

Quelle: Bundesregierung

 


Passend zum Thema:

Branchentag
Mitteldeutschland im Wahljahr - Zwischen Chancen und Herausforderungen | Grußwort per Video | Volle Wind- und Sonnenkraft voraus: Wie steht es um die Erneuerbaren Energien in ...