Der erste Aufschlag stammt aus dem Dezember 2016. Der damalige Initiator, die NEW Re – ein Tochterunternehmen des Energieversorgers NEW Mönchengladbach -, erhielt seinerzeit die Genehmigung zur Errichtung von vier Senvion-Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 139 Metern und 3,2 Megawatt Leistung in Viersen-Boisheim. Doch was zunächst als gute Nachricht für die Energiewende daherkam, entpuppte sich bald als Auftakt eines jahrelangen Rechtsstreits.

Gegen die Errichtung der Windenergieanlagen legten über 20 Kläger, unter ihnen ein Naturschutzverband, Widerspruch ein. Dieser Widerspruch wurde zwar vom Oberverwaltungsgericht Münster abgewiesen – jedoch konnte das Projekt dennoch nicht mehr umgesetzt werden, da der Hersteller zwischenzeitlich in die Insolvenz geraten und vom Markt verschwunden war.

Die MLK übernahm das Projekt Ende 2020 von der NEW Re und stellte in einem Änderungsantrag auf einen leistungsstärkeren und ertragreicheren Anlagentyp um: ENERCON E-160 5,5 Megawatt und 120 m Nabenhöhe.

Gegen die Änderungsgenehmigung gab es sodann nur noch Widersprüche eines ortsansässigen Privatklägers und der „Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt“. Doch auch deren Widersprüche wurden mittlerweile abgewiesen, sodass die Genehmigung nun seit dem 12. September 2023 Bestandskraft hat und die MLK Rechtssicherheit für dieses Projekt der Energiewende.

Allerdings hatte der bis dahin offene Ausgang des Rechtsverfahrens dazu geführt, dass die MLK Abstand von dem Vorhaben nahm, Beteiligungen von regionalen Interessenten zu ermöglichen. Angesichts des unsicheren Ausgangs war diese Idee nicht umsetzbar. Die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung soll nun bei einem der nächsten Projekte nachgeholt werden.

Der ursprüngliche Zeitplan für den Windpark sah eine Fertigstellung im Winter 2023 vor. Das wurde durch neuerliche Verzögerungen leider verhindert. Diese beruhen vor allem darauf, dass die MLK vom Ordnungsamt erst Mitte Oktober die Freigabe hinsichtlich Kampfmittelbeseitigung der für die Mittelspannungskabeltrasse benötigten Flächen erhalten hat. Und durch die seit Monaten anhaltende Wetterlage mit extremen Regenfällen musste Anfang Dezember 2023 die Verlegung der Mittelspannungstrasse auf unbestimmte Zeit unterbrochen werden. Eine Weiterführung kann vermutlich erst im Frühjahr erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für die Jahresmitte 2024 zu erwarten.

Quelle: MLK Consulting 

 


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