Bundesnetzagentur - Quartalsbericht Netz- und Systemsicherheit - Erstes Quartal 2020

Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen tragen zur hohen Zuverlässigkeit des Elektrizitätssystems in Deutschland bei. Netzstabilisierende Maßnahmen haben durch den Wandel des Systems in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Dieser Wandel ist u.a. geprägt durch den Ausbau von relativ lastfernen Windenergieanlagen, Veränderungen im konventionellen Kraftwerkspark und sich ändernden Rahmenbedingungen für den Stromhandel mit anderen Staaten. Bei gleichzeitigen Verzögerungen im Netzausbau führen diese Veränderungen zu Netzbelastungen, zu deren Behebung die Netzbetreiber verpflichtet sind. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das Maßnahmenvolumen für Netz- und Systemsicherheits-maßnahmen im ersten Quartal 2020 leicht gestiegen. Die vorläufigen Kosten für Netz- und System-sicherheitsmaßnahmen (EinsMan, Redispatch inkl. Countertrading und Einsatz Netzreserve) liegen für dieses Quartal bei rund 465 Mio. Euro und sind damit leicht gesunken (Q1 2019: 503 Mio. Euro). Das insgesamt gestiegene Volumen der Engpassmanagementmaßnahmen ist auf die von der EU-Kommission verlangte Steigerung der Handelskapazitäten mit Dänemark zurückzuführen, die nur durch Countertrading und andere Engpassmanagementmaßnahmen ermöglicht werden kann. Die gleichwohl gesunkenen Gesamt-Kosten ergeben sich vor allem aus spürbar gesunkenen spezifischen Redispatch- und Countertradingkosten pro MWh. Diese resultieren aus marktbedingten Effekten die u.a. im März 2020 aufgrund der Coronakrise auftraten. Dazu zählen der Preissturz des CO2-Preises, gesunkene Rohstoffpreise sowie der im Vergleich zum Vorjahresquartal niedrigere Strom-Großhandelspreis.