Zu diesen Ergebnissen kommt eine von der WAB, PNE, Amprion, TenneT, Deutsche Windtechnik, Rhenus Logistics, IG Metall, Iberdrola und Buss Energy Group unterstützte aktuelle Studie des Trend- und Marktforschungsinstituts wind:research zur Wertschöpfung der Offshore-Windenergie in Deutschland.

Auch mit den erhöhten Ausbauzielen bleibt die Situation der deutschen Lieferkette aufgrund der aktuellen Auftragsflaute zunächst angespannt. "Der Ausbau auf mindestens 70 Gigawatt Offshore-Wind bis 2045 kann nur gelingen, wenn jetzt in Sachen Beschäftigung und maritime Industrie die richtigen Weichen gestellt werden. Es geht um Investitionen, die den ambitionierten Zielen gerecht werden", kommentiert WAB-Geschäftsführerin Heike Winkler die Ergebnisse der Studie. Im Idealfall können zehntausende Arbeitsplätze über ganz Deutschland verteilt geschaffen werden, wenn die Rahmenbedingungen dies ermöglichen. "Wir brauchen eine Gesamtanstrengung der Wind- und maritimen Industrie mit einer Qualifizierungs- und Ausbildungsoffensive", so Winkler.

Der fehlende Ausbau der letzten Jahre hat in der Wertschöpfungskette deutliche Spuren hinterlassen. "Für die langfristigen Ausbauziele der Bundesregierung von mindestens 70 Gigawatt Offshore-Wind bis 2045 benötigen wir umgehend Investitionen und die richtigen politischen Weichenstellungen, um die für den Ausbau notwendige Infrastruktur zu schaffen, unter anderem im Bereich der Häfen und Werften. Die Wertschöpfungskette muss wieder aufgebaut werden", fordert die WAB-Geschäftsführerin.

Laut der Studie sind derzeit 862 Marktteilnehmer im Bereich der Windenergie tätig, darunter 23,8 Prozent ausschließlich im Bereich Offshore-Windenergie. Während die Zahl der Marktteilnehmer angestiegen ist, hat die Spezialisierung der beteiligten Unternehmen seit 2019 um 10 Prozentpunkte abgenommen. Aktuell ist die Zulieferkette nicht mehr vollständig, hierfür fehlen die Bereiche Turm- und Plattformbau sowie Unternehmen im Bereich Installationslogistik und Spezialschiffbau. Entsprechende Engpässe in der gesamten Lieferkette müssen umgehend behoben werden, etwa in den Bereichen Sensorik und Halbleiter sowie im Bereich Installationslogistik.

 

Für die Umsetzung der Pläne der Bundesregierung steigt der Fachkräftebedarf stark an. Die Attraktivität der Arbeitsplätze, vor allem deren langfristige Sicherheit, sollte daher gestärkt werden. "Wenn die Stromerzeugung und Wasserstoffproduktion auf See sichere Beschäftigung bietet, gewinnt sie auch weiter an Akzeptanz, die durch eine für die Bevölkerung nachvollziehbare Energiewende-Roadmap noch verstärkt wird", ist sich Heike Winkler sicher. "Um vor allem den zahlreichen kleineren und mittleren Unternehmen eine Grundlage für Investitionsentscheidungen zu bieten, benötigen wir ein schnelles Inkrafttreten des neuen Windenergie auf See-Gesetzes", ergänzt Winkler. "Qualitative Ausschreibungskriterien im Windenergie auf See Gesetz können eine wertvolle Unterstützung für den Wiederaufbau der Zulieferindustrie sein", so die WAB-Geschäftsführerin.

"Wir fordern schon sehr lange den politischen Dialog für einen nachhaltigen Aufbau von Wind auf See Lieferketten in Europa. Wertschöpfung und Beschäftigung sind für alle Offshore Wind ausbauenden Länder wesentliche Aspekte. Nationale Wertschöpfungsvorgaben können hier keine Lösung sein. Die Offshore Windindustrie ist seit den Anfängen des Ausbaus auf See eine internationale Branche. Um schnell effizient Strom und grünen Wasserstoff auf See produzieren zu können, müssen wir über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten", so Winkler. "Mit dem stetig wachsenden Bedarf an klimafreundlicher Energie steigt auch international die Nachfrage nach Offshore-Wind. Um das Exportpotenzial heben und die nationalen Ausbauziele realisieren zu können, ist dieser Dialog zwingend erforderlich", fügt die WAB-Geschäftsführerin hinzu.

Eine gute Plattform für den dringend benötigten Austausch bietet die internationale WINDFORCE Conference 2022 vom 20.-22. Juni in Bremerhaven (www.windforce.info).

PM: WAB