„Das heute durch die Minister Pinkwart und Lies ausgesandte politische Signal einer gemeinsamen Offshore-Wind-Achse der beiden Länder begrüßen wir außerordentlich. Beiden Ländern kommt eine enorme Bedeutung auf allen Ebenen zu, wenn wir unsere ambitionierten Ausbauziele im Offshore-Windbereich erreichen wollen. Niedersachsen ist dabei schon lange ein Zugpferd für die Energie vom Meer. Das steigende Engagement Nordrhein-Westfalens wird der Offshore-Windenergie darüber hinaus deutlichen Aufwind geben.

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stehen vor großen Herausforderungen bezüglich der Transformation ihrer Wirtschaft. Insbesondere Nordrhein-Westfalen benötigt für die Dekarbonisierung seiner Schwerindustrie enorme Mengen an grünem, bezahlbarem Strom. Nicht zuletzt, da durch den Kohle- und Atomausstieg ein Großteil der heimischen Energieproduktion verloren geht. In Niedersachsen hingegen könnten bis 2045 bis zu 50 GW Offshore-Strom als Teil des 70-GW-Ziels der Bundesregierung anlanden. Der tatsächliche Ausbau, die Anlandung und systemisch sinnvolle Verteilung bedeuten einen hohen Planungs- und Abstimmungsbedarf. Zudem gilt es, neben der direkten Verwendung, auch die (geografisch) sinnvolle Nutzung des Offshore-Stroms zum Betrieb von Elektrolyseuren zur Produktion von Grünem Wasserstoff zu koordinieren.

Die Debatte zu Versorgungssicherheit und Energieunabhängigkeit, ausgelöst durch den tragischen Krieg in der Ukraine, macht das, was klimapolitisch ohnehin unabdingbar ist, noch dringender: alle Kräfte müssen sich auf die zügige, erfolgreiche Umsetzung der Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien und die Offshore-Windenergie konzentrieren.

Wir freuen uns auf die fortgesetzte Zusammenarbeit mit beiden Ländern.“

Karina Würtz, Geschäftsführerin der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE

Hintergrund

Am 7. März 2022 haben Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Energieminister Prof. Andreas Pinkwartund Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies in einer 50min Online-Pressekonferenz über die Chancen und Herausforderungen durch den Offshore-Windenergie-Ausbau für die beiden Länder diskutiert. Aufgrund des Ukraine-Krieges standen zudem Themen wie Versorgungssicherheit, Energieunabhängigkeit und die Bedeutung der Erneuerbaren Energien wie der Offshore-Windenergie in diesem Kontext hoch auf der Gesprächsagenda. Beide Minister betonten die Bedeutung der Offshore-Windenergie für eine erfolgreiche Dekarbonisierung von Industrie & Wirtschaft, bekräftigten die jeweilige Landesverantwortung zur erfolgreichen Umsetzung der Ausbauziele sowie das gemeinsame Kooperationsbestreben als „Offshore-Achse“ des Bundeslandes mit dem höchsten Energiebedarf und jenem mit einem hohen Energiebedarf sowie der höchsten Anlandung von Offshore-Strom.

Die Pressekonferenz fand kurz nach der vergangene Woche durch das Bundeswirtschaftsministerium gestarteten Konsultation zu den Gesetzesvorhaben im sogenannten „Osterpaket“ statt. Neben der Novelle des EEGs, des EEG-Entlastungsgesetzes betrifft dies vor allem einen neuen Referentenentwurf des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG). In dem, für die Offshore-Windenergie zentralen, Gesetzesvorhaben werden die erhöhten Ausbauziele gesetzlich festgeschrieben. Zudem macht das Ministerium weitreichende Vorschläge, u.a. zu Ausschreibungsmengen oder dem Ausschreibungsdesign mit der teilweisen Einführung von qualitativen Kriterien und sogenannten Differenzverträgen. WindSeeG und EEG sollen nach gegenwärtigem Stand am 6. April ins Kabinett eingebracht werden.

Moderiert wurde die Pressekonferenz durch die Stiftung Offshore-Windenergie. Beide Bundesländer sind im Kuratorium der Stiftung vertreten.

PM: Stiftung Offshore-Windenergie