Umrichter wandeln den von der Windenergieanlage erzeugten Strom so um, dass er netzkonform eingespeist werden kann und übernehmen dabei die Regelung von Frequenz sowie Spannung. Sie tragen dabei zur Stabilität und zum Schutz des Stromnetzes bei und sind damit eine zentrale Komponente für die effiziente und stabile Nutzung erneuerbarer Energien im veränderten Energiemix der Stromnetze.
Umrichter spielen zudem eine Schlüsselrolle bei der flexiblen Anpassung an unterschiedliche, neue internationale Netzanforderungen und bei der Umsetzung von „Grid Forming“-Strategien, die für die Stabilität zukünftiger Stromnetze entscheidend sind. Jedes Land hat eigene Netz-Topologien und Vorgaben von Netzbetreibern, die im Laufe der Zeit weitergeschrieben werden und immer neue Anforderungen an Windenergieanlagen stellen.
„Mit dem neuen Teststand stärken wir bei Nordex unsere Fähigkeit, eigene Umrichterlösungen zu entwickeln, die den wechselnden internationalen Anforderungen immer weiterer Netzanschlussvorgaben – den Grid Codes – gerecht werden“,
erklärt Helmut Resing-Wörmer, Head of Test and Prototype bei der Nordex Group.
Traditionell werden Netzanschlusstests bisher ausschließlich im Feld an einem Turbinenprototypen durchgeführt, was zeitaufwendig und herausfordernd sein kann. Der Power-Hardware-in-the-Loop (PHIL) Prüfstand ermöglicht umfassende Netzkonformitätsprüfungen der elektrischen Antriebssysteme. Der Prüfstand ist mit einem Netzsimulator ausgestattet, der es Nordex ermöglicht, ein breites Spektrum an Netzbedingungen zu simulieren – einschließlich Spannungs-, Leistungs- und Frequenzschwankungen, Spannungseinbrüche oder Netzfehler – ohne dass bereits Feldtests erforderlich sind. Damit ist es möglich, sehr früh im Entwicklungsprozess bereits valide Messergebnisse zu erhalten und Zeit zu sparen. Die Netzanschlusstests im Feld werden anschließend weiterhin durchgeführt. Durch diese Kombination stellt Nordex sicher, dass die Windenergieanlagen und künftige Anlagengenerationen schneller als bisher für die jeweiligen Märkte bei zugleich steigender Komplexität und neuer Netzanforderungen zuverlässig in die Stromnetze integriert und die geltenden Grid Codes einhalten.
Für die Realisierung des Teststands hat die Nordex Group in Rostock Investitionen über 4 Mio. EUR getätigt. Umgesetzt wurde der Prüfstand vom dänischen Unternehmen R&D Testsystems und Ingeteam Power Technology aus Spanien sowie mit regionalen und lokalen Unternehmen, wie Ingenieurbüro Wollboldt, GTN Getriebetechnik Nord und WISAG Elektrotechnik Berlin-Brandenburg. Unterstützung kam ebenso vom RKL Rostocker Kompetenzzentrum für Leistungselektronik sowie von der Universität Rostock.
Die Nordex Group fertigt in Rostock Maschinenhäuser, Naben, Triebstränge und Schaltschränke für alle Turbinenmodelle und hat in ihrem Blade Competence Center einen Teststand für Rotorblätter in der Hansestadt. Mit dem neuen Teststand für Umrichter wird die Rolle Rostocks jetzt auch als Nordex-Excellenzzentrum für Netzintegration weiter ausgebaut.
Quelle: Nordex
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