Aufgrund restriktiver Vorgaben der Bundeswehr bezüglich der Luftraumüberwachung an der Küste dürfen Windenergieanlagen rund um Enercons Firmensitz eine maximale Höhe („Tip Height“) von 218 Metern über Normalnull nicht überschreiten. Außerdem darf aus artenschutzrechtlichen Gründen bei neuen Anlagen der Abstand zwischen Geländeoberkante und unterer Blattspitzenposition („lower tip height“) nicht weniger als 30 Meter betragen – oder es drohen ertragsmindernde Abschaltzeiten.
Diese spezifischen Anforderungen erfüllen die Standardtürme der E-175 EP5 E2 nicht. Daher hat das Unternehmen einen 120 Meter hohen Hybridstahlturm entwickelt, der die Vorgaben von Bundeswehr und Artenschutz einhält.
„Es geht immerhin um rund 60 neue Anlagen, die wir zusammen mit unseren Kunden in unserer Heimatregion realisieren wollen“,
sagt Moritz Rodenhausen, Leiter Product Management.
„Diese Größenordnung garantiert einen positiven Business Case auch für uns als Hersteller. Dank unserer flexiblen Turmentwicklung wurde ein schnelles projektspezifisches Turmdesign umgesetzt und der ,Ostfriesland-Turm‘ entwickelt.“
Dieser Turm basiert auf unternehmenseigenen Hybridstahlturm-Technologie aus kombinierten Segmenten des Modularen Stahlturms (Modular Steel Tower, MST) aus miteinander verschraubten, gekanteten Stahlblechen und Segmenten eines Stahlrohrturms (Tubular Steel Tower, ST) und hat eine Nabenhöhe von 120 Metern. Mit dieser Turmvariante passt die E-175 EP5 E2 genau in die Höhen- und Abstandsgrenzen, die Militärradar und Artenschutz für Ostfriesland vorgeben.
„Wir freuen uns, unseren hiesigen Kunden damit Optionen an die Hand zu geben, mit denen sie die Detailplanung ihrer Windparkprojekte starten können“,
sagt Moritz Rodenhausen.
„Unser Turmentwicklungsteam hat seine Prozesse weiter optimiert und deutlich beschleunigt. Dadurch können wir noch agiler und flexibler auf spezifische Kundenanforderungen reagieren.“
Doch der neue HST-Turm wird nicht nur der Region Ostfriesland vorbehalten bleiben:
„Da wir den neuen Turm nach IEC- und DiBt-Norm zertifizieren lassen, decken wir automatisch auch die Zertifizierungsanforderungen in vielen europäischen Ländern ab – beispielsweise UK, Italien, Türkei, die baltischen Staaten, Polen, Rumänien, Portugal, Österreich, Niederlande, Luxemburg, Griechenland und Irland“,
sagt Maria-Josefa Brand, Tower Product Manager im ENERCON Product Management.
Quelle: ENERCON
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