Die 22 Windpark-Projektierer:innen fordern in einem gemeinsamen Papier von den zuständigen politischen Entscheidungsträger*innen dringend Nachbesserungen, insbesondere nach den EEG-Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land der Bundesnetzagentur im Jahr 2025. In der Ausschreibungsrunde 2026 drohen nach einer Prognose der Unternehmensberatung enervis Baden-Württemberg und Bayern komplett leer auszugehen. Dies hätte zur Folge, dass der Zubau von Windkraftanlagen und damit die regionale Energiewende gestoppt und die Versorgungssicherheit bedroht würden.

Der EEG-Mechanismus benachteiligt Baden-Württemberg

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll die Erzeugung von Ökostrom durch eine vorrangige Abnahme sowie garantierte Vergütungen für die Anlagenbetreiber fördern. Doch der aktuelle Mechanismus berücksichtigt nicht, dass im bergigen Süden und Südwesten Deutschlands andere Bedingungen für den Bau von Windenergieanlagen herrschen als im weitestgehend flachen Norden. Die Topographie macht die Genehmigungsverfahren komplizierter und erfordert meist kleinteiligere Projekte, was zu deutlich höheren Projektkosten führt. Auch die damit verbundenen aufwändigen Infrastrukturmaßnahmen – Erschließungswege, Kabeltrassen und Speziallogistik für den Bau – verteuern die Windparks im Süden.

„Um die Diskrepanz beim Ausbau zwischen Nord und Süd zu verringern, muss die Bundesregierung in der bevorstehenden Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die unterschiedlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen“,

fordert Armin Komenda, Vorstand der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG. „Nur so sind Windparks in Baden-Württemberg nachhaltig zu bauen und zu betreiben.“

Ausbau im Süden ist volks- und energiewirtschaftlich sinnvoll

Zwar wurden in den letzten Jahren mehr Windenergie-Projekte in Baden-Württemberg genehmigt, doch selbst diese wurden in den Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur nicht berücksichtigt.

„Dieses Verfahren macht eine seriöse Planung und Finanzierung von Windenergieprojekten in Baden-Württemberg unmöglich“,

betont Komenda. „Wenn Genehmigungen vorliegen und alle Auflagen erfüllt sind, müssen wir auch zügig mit dem Bau beginnen können.“

In dem Forderungspapier „Wind an Land“ drängen die 22 Windpark-Projektierer auf Gegenmaßnahmen, um den wirtschaftlich erforderlichen sowie netz- und systemdienlichen Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg und in Süddeutschland weiter zu ermöglichen. Weil der Wind im Süden meist zu anderen Zeiten wehe als im Norden, so die Unterzeichner des Papiers, sei es energiewirtschaftlich wie volkswirtschaftlich sinnvoll, Windenergieanlagen im ganzen Land zu errichten. Denn dies verbessert die Netzstabilität und verringert die Übertragungswege zu den industriellen Zentren, von denen es zahlreiche im Süden und Südwesten gibt.

Das Forderungspapier „Wind an Land“ wurde unterzeichnet von Badenova AG & Co. KG, Ökostrom Erzeugung Freiburg GmbH, Bürgerenergie Projektentwicklung GmbH, Bürgerwindpark Hohenlohe GmbH, EG Energie Grossrinderfeld GmbH, Elektrizitätswerk Mittelbaden AG & Co. KG, Iberdrola Deutschland GmbH, KB Renewables, Koehler Renewable Energy, KS Energiesysteme GmbH & Co. KG, KWA Contracting AG, Qualitas Energy Deutschland GmbH, SHE Schweizer Honold Energiesysteme GmbH & Co. KG, SOWITEC group GmbH, Solarcomplex AG, Stadtwerke Radolfzell GmbH, Teckwerke Bürgerenergie eG, Teckwind Bürgerwind GmbH, Vattenfall Europe Windkraft GmbH, WEBW Neue Energie GmbH, WW Süd GmbH & Co. KG und EWS Elektrizitätswerke Schönau eG.

Zum Forderungspapier „Wind an Land“.

Quelle: Elektrizitätswerke Schönau (EWS)

 


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