Mithilfe von KI-gestützter Kameratechnik in Echtzeit lösen Antikollisionssysteme dann aus, wenn sich kollisionsgefährdete Vogelarten einer Windenergieanlage (WEA) nähern. Je nach Situation können einzelne Windenergieanlagen oder ganze Windparks gezielt abgeschaltet werden, um das Kollisionsrisiko zu mindern und gleichzeitig pauschale Abschaltzeiten auf das notwendige Minimum zu begrenzen. Seit 2024 bietet der Prüfrahmen für Antikollisionssysteme einen einheitlichen Bewertungsmaßstab für die Prüfung und Validierung entsprechender Systeme. Jetzt wurde die Prüfung der ersten digitalen Validierung nach dem Prüfrahmen AKS von TÜV NORD erfolgreich abgeschlossen. Dabei erfolgt die Bewertung der Leistungsfähigkeit eines Antikollisionssystems auf Basis bereits erhobener Video- und Bilddaten, sodass zusätzliche Feldversuche entfallen können.
Jan Hauschild, Leiter Risiko und Baugrund im Bereich Erneuerbare Energien bei TÜV NORD:
„Digitale Validierungsverfahren eröffnen neue Möglichkeiten für einen effizienten, nachvollziehbaren und belastbaren Nachweis der Leistungsfähigkeit von Antikollisionssystemen.“
Die digitalen Validierungsverfahren können auf bereits abgeschlossene Systemprüfungen als Ergänzungsprüfung aufgesetzt werden. Hauschild:
„Der Vorteil ist, dass dadurch sowohl die Aufwände für die Erstellung der Validierungsnachweise auf Seiten der AKS-Hersteller als auch die Aufwände für die Prüfung der Unterlagen auf Seiten von TÜV NORD reduziert werden. Gleichzeitig bleibt die Aussagekraft der Nachweise erhalten und die Leistungsfähigkeit der Systeme kann transparent und nachvollziehbar belegt werden.“
Auch bei AKS-Hersteller ProTecBird freut man sich über den Erfolg. Thorsten Heinzen, Geschäftsführer von ProTecBird:
„Dass unser Antikollisionssystem AVES Wind das erste ist, das TÜV NORD im Rahmen einer digitalen Validierung erfolgreich geprüft hat, ist für uns eine besondere Bestätigung. Es zeigt, dass technischer Artenschutz nicht nur funktioniert, sondern sich auch effizient und nachvollziehbar nachweisen lässt. Genau diese Verbindung aus Innovation und Verlässlichkeit brauchen wir, um die Energiewende naturverträglich und zügig voranzubringen.“
Neben der Prüfung von Antikollisionssystemen unterstützt TÜV NORD die Weiterentwicklung technischer Anforderungen und Bewertungsmethoden von AKS in unterschiedlichen Fachgremien (DKE, IEC, MEKUN LFU).
Quelle: TÜV NORD
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