„Wir haben die Studie in Auftrag gegeben, um Wege aufzuzeigen, wie sich Volllaststunden bei Windenergieanlagen an Land signifikant erhöhen lassen“,
so Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW.
„Eine hohe Zahl an Volllaststunden bedeutet nämlich, dass Anlagen und Netz effizient und systemdienlich genutzt werden.“
Die Studie gibt insgesamt Aufschluss über die bisherige Entwicklung der Anlagentechnik und bewertet relativ einfach umsetzbare Änderungen der gesetzlich geregelten Einspeisevergütung um die Systemdienlichkeit künftiger Anlagen deutlich zu erhöhen.
Denn grundsätzlich gilt: Höhere Volllaststunden führen zu einer gleichmäßigeren Einspeisung und dadurch zu einer besseren Auslastung der jeweiligen Netzanbindungen. So fließt mehr Strom durch weniger Netz.
Trends in der Anlagenkonfiguration: Mehr Höhe, mehr Leistung
Moderne Windenergieanlagen werden laut der Studie immer höher und leistungsfähiger. So hat sich zwischen 2005 und 2024 der Rotordurchmesser verdoppelt. Außerdem nehmen Nabenhöhe und Gesamthöhe weiter zu. Mit der Größe der Anlagen ist auch ihre Leistungsfähigkeit enorm angestiegen. Die Umstellung der EEG-Fördersystematik 2018 markiert den Startpunkt einer besonders deutlichen Zunahme der Nennleistung auf inzwischen über 7 Megawatt, die laut Prognose anhalten, sich aber abschwächen wird.
Auswirkungen auf die Volllaststunden
Seit der Umstellung der EEG-Fördersystematik im Jahr 2018 steigt allerdings die Anzahl der Volllaststunden nicht mehr an und stagniert. Das ist aber nicht im Sinne der Systemverantwortung und es gilt, Maßnahmen zu ergreifen, um insbesondere die Kosten des Netzausbaus zu senken.
LEE NRW für Steigerung der Volllaststunden
Der LEE NRW möchte mit dieser Studie zeigen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um den Wert des erzeugten Windstroms deutlich zu steigern. Denn durch eine gleichmäßigere Stromeinspeisung und eine bessere Auslastung des Netzes können die Netzausbaukosten deutlich gesenkt werden. Die Hebel der Wahl sind dabei einfach umsetzbar und Windparks, die im Ausland errichtet werden, setzen diese auch erfolgreich um. Einerseits ist es die Reduzierung der spezifischen Rotorflächenleistung der Windenergieanlagen, d.h. wieder kleinere Generatoren in Relation zur Rotorfläche einzusetzen, und zum anderen das weitere Auseinanderstellen der Windenergieanlagen. Die Mittel sind einfach umsetzbar und sparen darüber hinaus Geld bei dem Bau der Anlagen, denn kleinere Generatoren brauchen weniger teures Edelmetall.
„Die Studie gibt uns vor allem einen wertvollen Impuls zur aktuellen Debatte, wie die Systemkosten der Energiewende gesenkt werden können. Wirtschaftliche Anreize zur Erhöhung der Volllaststunden müssen im Fokus stehen bei der Entwicklung eines ganzheitlichen, systemdienlichen Strommarktdesigns“,
so LEE NRW-Geschäftsführer Christian Vossler abschließend.
Weitere Informationen
Bereits im Jahr 2020 haben der Bundesverband WindEnergie und der LEE NRW eine Studie zu Entwicklung, Einflüssen und Auswirkungen von Volllaststunden bei Windenergieanlagen an Land in Auftrag gegeben. Die aktuelle Folgestudie wertet die Weiterentwicklung der vergangenen fünf Jahre aus und gibt Aufschluss über die zu erwartende Entwicklung künftiger Anlagengenerationen und die Bedeutung von Volllaststunden im Stromsystem.
- Weitere Informationen lesen Sie im Blogbeitrag „Aktuelle Entwicklung der Volllaststunden bei Wind an Land“.
- Die Studie „Volllaststunden von Windenergieanlagen an Land“ herunterladen.
Quelle: LEE NRW
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