Beim Bau des GICON-Höhenwindturms wurde ein weiterer bedeutender Meilenstein erzielt: mit der Installation eines neuen Stahlsegmentes ist der Turm auf eine Höhe von 85,7 Metern gewachsen.

Das rund 350 Tonnen schwere Teilsegment UTS-02, die zweite Ausbaustufe des Turmes, wurde erfolgreich angehoben, aufgesetzt und montiert. Damit wurde ein wichtiger Baufortschritt bei der Realisierung des weltweit einzigartigen Projektes zur Nutzung von Höhenwind erreicht.

Das GICON-Höhenwindprojekt

Die bebaubaren Flächen in Deutschlands windreichen Regionen sind endlich. In der Lausitz versucht das Dresdner Unternehmen GICON deshalb einen anderen Weg: Im brandenburgischen Schipkau entsteht derzeit die höchste Windkraftanlage der Welt – 365 Meter Gesamthöhe, 300 Meter Nabenhöhe, Rotorblätter mit über 100 Metern Spannweite. Realisiert wird das Pilotprojekt im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND).

Der Vorteil liegt buchstäblich in der Höhe: Dort oben weht der Wind stärker und gleichmäßiger – und die neuen Türme ragen so weit in den Himmel, dass sich die Rotoren benachbarter Anlagen nicht gegenseitig den Wind nehmen. Die Anlage entsteht zudem zwischen bereits vorhandenen Windrädern und benötigt keine zusätzliche Fläche.

GICON-Chef Jochen Großmann denkt bereits größer: In den kommenden zehn Jahren plant das Unternehmen bis zu 1.000 solcher Anlagen in Deutschland. Kombiniert mit Solar- und Speichertechnologie könnten die Höhenwindräder als grundlastfähige Hybridkraftwerke fungieren – grüner Strom, der nicht von Flauten abhängt.

Für die Montagearbeiten kam der Raupenkran Liebherr LR 11350 zum Einsatz. Mit einer maximalen Traglast von 1.350 Tonnen zählt der LR 11350 zu den leistungsstärksten Raupenkranen weltweit und ermöglicht Hakenhöhen von bis zu 220 Metern. Die Arbeiten wurden von der Firma Schmidbauer durchgeführt, die die Krantechnik für das Projekt bereitstellt.

„Der hier durchgeführte Hub gehört aufgrund der großen 40x40x40-Meter-Struktur vermutlich zu den von den Abmaßen her größten Einzelhüben, die jemals mit einem LR 11350 durchgeführt wurden – auch wenn das Gewicht im Vergleich zu Petrochemie- oder Offshorehüben moderat war“,

erklärt Schmidbauer.

Prof. Jochen Großmann, CEO und Gründer von GICON, hebt die Bedeutung des erfolgreichen Bauabschnitts hervor:

„Wir sind stolz darauf, dass wir diesen anspruchsvollen Hub erfolgreich umsetzen konnten. Mit der Montage von UTS-02 haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht und können uns nun auf die nächsten Hübe sowie die weiteren Bauabschnitte konzentrieren. Ich danke dem Team der GICON sowie all unseren Partnern für diese tolle Leistung. Nach derzeitiger Planung gehen wir davon aus, dass alle Stahlsegmente in den nächsten zwei Monaten montiert werden können. Es gilt aber nach wie vor, Sicherheit geht vor Geschwindigkeit.“

Mit dem GICON-Höhenwindturm entsteht in Schipkau ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt zur Nutzung von Höhenwind. Ziel des Projektes ist es, Windenergie in großen Höhen wirtschaftlich nutzbar zu machen und dadurch höhere sowie gleichmäßigere Stromerträge zu erzielen. Das Projekt wird von GICON im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) realisiert.

 

Quelle: GICON

Video-Tipp

Im YouTube-Kanal „Norio" spricht GICON-Gründer Prof. Jochen Großmann über die Entstehung des Höhenwindturm-Projekts, die technischen Herausforderungen und das Potenzial von Höhenwind für die Energieversorgung. Das Video zeigt zudem erstmals veröffentlichte Aufnahmen und Animationen aus dem Projekt.

Zum Video.


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