Im ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland rund 423 Neuanlagen mit einer Leistung von 2.363 MW ans Netz gegangen. Das geht aus einer Auswertung der Fachagentur Wind und Solar hervor. Die vom Bundesverband WindEnergie (BWE) und VDMA Power Systems beauftragte Analyse zeigt, dass die Zahl der Anlageninbetriebnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent gestiegen ist. Ein Drittel der neu installierten Leistung erfolgte durch Repowering.

Die neu genehmigte Leistung stieg um knapp 14 Prozent auf 9,1 Gigawatt (GW) und erreichte damit einen neuen Rekordwert. So viel Windenergieleistung wie in den ersten sechs Monaten wurde bisher noch nie zuvor zugelassen, erklärt die Fachagentur Wind und Solar. Insgesamt liege das Volumen an genehmigten Projekten bei 48,1 GW, so der BWE.

Ende Juni waren in Deutschland Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 69.952 MW an Land am Netz. Der bundesdeutsche Anlagenpark umfasste laut der Fachagentur Wind und Solar insgesamt 29.250 Anlagen mit einer Leistung von knapp 70 GW.

Die Branchenverbände BWE und VDMA Power Systems zeigen sich besorgt über den EEG-Entwurf sowie das Netzpaket. Diese könnten den weiteren Ausbau der Windenergie gefährden und müssten korrigiert werden.

„Die Branche sieht mit Sorge, dass die aktuellen Gesetzesentwürfe nicht für die investitionssicheren Rahmenbedingungen sorgen, die für den weiteren Erfolg der Onshore-Windenergie notwendig sind“,

warnt Bärbel Heidebroek, Präsidentin des BWE. Angesichts der wiederkehrenden Energiekrisen und des steigenden Strombedarfs sei dies kontraproduktiv für die Interessen des Industriestandorts und der Bevölkerung.

Auch VDMA-Geschäftsführer Dr. Dennis Rendschmidt fordert langfristige Investitionssicherheit statt neuer Unsicherheit. Er macht deutlich:

„Wir sind nach wie vor nicht auf dem gesetzlichen Zielpfad von 10 GW Zubau pro Jahr. Mit verlässlichen politischen Rahmenbedingungen sowie Verbesserungen bei Netzanschlüssen und Transportbedingungen für Anlagen kann der entstandene Rückstand im Zubau aufgeholt werden.“

Beide Verbände fordern, den Ausbau der Stromnetze zu beschleunigen, ihre Steuerung intelligenter zu gestalten und vorhandene Flexibilitätspotenziale konsequent zu nutzen. Der Entwurf liefere jedoch zu wenig und riskiere durch Engpassgebiet-Regelungen, den Ausbau zu verlangsamen. Belastbare Verteilnetze seien die Grundlage der Energiewende vor Ort und müssten mit dem Ausbau der Windenergie Schritt halten.

VDMA und BWE fordern von der Bundesregierung zudem, das beschlossene Zusatzvolumen von 12 GW Windenergie an Land umsetzbar zu machen. Der Redispatch-Vorbehalt oder eine praxisuntaugliche Reform des Referenzertragsmodells könnten dieses Volumen zunichte machen.

Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE), Fachagentur Wind und Solar

 


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