Das Wasserstoff-Leitprojekt H2Mare des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat die weltweit erste schwimmende Versuchsplattform zur Demonstration einer vollständigen Power-to-X-Prozesskette für synthetische Kraftstoffe eröffnet. Der gesamte Planungsprozess von der Genehmigung über die Errichtung bis hin zum Betrieb der Anlage soll einmal in der Realität durchgeführt werden, um Konzepte für den Bau von größeren Produktionsplattformen erstellen zu können.
Kraftstoffe aus Windenergie, Meerwasser und Umgebungsluft
Zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen kann die neuartige, modulare Anlage Windenergie, Meerwasser und Umgebungsluft verwenden. Entsprechend verfügt die H2Mare-Versuchsplattform über eine eigene Direct-Air-Capture-Anlage (DAC) zur Gewinnung von CO2 aus der Meeresluft, eine Meerwasserentsalzungsanlage sowie eine Hochtemperatur-Elektrolyse zur Erzeugung von Synthesegas. Dieses besteht aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid und wird als Ausgangsstoff für eine Vielzahl chemischer Synthesen benötigt. Einzigartig ist dabei, dass die vom DLR entwickelte Testumgebung einen Betrieb der Hochtemperaturelektrolyse bei bis zu 850°C und unter Druck von 8 bis 25 bar ermöglicht. Dadurch kann die direkte Koppelung mit der an Bord befindlichen Fischer-Tropsch-Synthese auf gleichem Druckniveau demonstriert werden. Der modulare Aufbau ermöglicht einen dynamischen, netzunabhängigen Betrieb der gesamten Prozesskette, angepasst an die Verfügbarkeit von erneuerbarem Strom aus Offshore-Windkraft.
Offshore-Einsatz ab August 2025
Die Forschenden testen die Plattform ab Juli 2025 zunächst im Hafen von Bremerhaven und anschließend auf offener See vor Helgoland. Ein Forschungsschwerpunkt ist, die gesamte Prozesskette auch bei sich ändernden Windbedingungen dynamisch zu betreiben. Außerdem werden die maritimen Einflüsse, wie Wellengang, Salzwasser und Windlasten, auf die Anlagen untersucht. Ziel ist es, einen autarken, sicheren Betrieb auf See zu realisieren. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Entwicklung größerer Produktionsplattformen, die direkt an Windenergieanlagen gekoppelt werden können.
Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt




