Am Freitag hat der Bundesrat mehrheitlich dem Entschließungsantrag von Schleswig-Holstein zur Stärkung der Höhenwindenergie zugestimmt. Darin bittet der Bundesrat die Bundesregierung, durch die Anpassung der luftrechtlichen Vorschriften eine dauerhafte und sichere Integration der Höhenwindenergieanlagen in den Luftraum zu ermöglichen. Damit folgte der Bundesrat der Empfehlung der Ausschüsse für Verkehr, Innere Angelegenheiten und Wirtschaft.

Die Bundesratsinitiative (Drucksache 525/25) unterstreicht, dass die flächendeckende Integration von Höhenwindenergie eine Regelung erfordert, die ihren technologiespezifischen Anforderungen gerecht wird, etwa durch eine gesonderte Kennzeichnungsvorschrift für Höhenwind- bzw. Flugwindenergieanlagen. Die Rahmenbedingungen sollten in enger Absprache mit der Branche ausgestaltet werden. Ziel muss es sein, ein für alle Seiten funktionales und sicheres Konzept festzuschreiben und dadurch den flächendeckenden Ausbau und Betrieb der Anlagen zu ermöglichen.

Dieser Schritt ist überfällig: Durch die Aufnahme ins EEG 2024 gilt die Technologie bereits als von „überragendem öffentlichen Interesse“. Damit die Technologie ihr enormes Potenzial für Wirtschaft und Energiewende entfalten kann, müssen nun die notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen definiert werden, die Genehmigungen ermöglichen und Investitionssicherheit schaffen.

Wenn jetzt die passende Regulatorik geschaffen wird, kann in Deutschland eine neue aufstrebende Industrie für die Transformation wachsen – die zudem weltweit exportiert werden kann. Dass der politische Vorstoß zur richtigen Zeit kommt, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des DIW Econ. Ihr zufolge kann der Aufbau der FWE-Industrie im Inland pro Gigawatt installierter Leistung rund 13.300 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von etwa 1,3 Mrd. € generieren. Das bedeutet für die nächsten zehn Jahre einen kumulierten Wertschöpfungseffekt bis zu 10,5 Mrd. € - eine Chance für Industrie, Mittelstand und regionale Wertschöpfung.

Kristian Petrick, Secretary General von Airborne Wind Europe:

“Als europäischer Verband der Flugwindenergie begrüßen wir die Bundesratsinitiative. Die Schaffung der regulatorischen Rahmenbedingungen ist der Schlüssel für die Realisierung von FWE-Projekten aller Hersteller und Technologien. Nur so kann sich das wirtschaftliche Potenzial der Technologie für Deutschland und Europa tatsächlich entfalten.”

Mark Hoppe, Board Member von Airborne Wind Europe und Vice President Public Affairs & Business Development von SkySails Power:

"Die deutsche Flugwindenergiebranche ist weltweit führend und bereit für den Markt. Die Politik muss jetzt einen passenden Genehmigungsrahmen schaffen, um die Vorreiterrolle in dieser Zukunftsbranche zu sichern. Die erfolgreiche Bundesratsinitiative ist ein wichtiger Schritt, dem die Bundesregierung unbedingt nachkommen sollte, um die FWE-Branche in Deutschland zu halten.“

Florian Breipohl, CEO von EnerKíte:

„Die Flugwindenergie hält ein enormes Potenzial für die Energiewende und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Durch die Schaffung eines systematischen Genehmigungsrahmens können in kürzester Zeit zahlreiche Projekte umgesetzt werden”.

Quelle: Airborne Wind Europe


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