Die Fachagentur Wind und Solar hat ihr GIS-Tool zur Habitatpotenzialanalyse (HPA) aktualisiert. Mit der kostenfreien Anwendung lässt sich das potenzielle Tötungsrisiko kollisionsgefährdeter Brutvogelarten durch Windenergieanlagen standardisiert und nutzerfreundlich einschätzen. Das GIS-Tool hatte die Agentur im August 2025 erstmals veröffentlicht und in einem Webinar im Oktober vorgestellt. Anregungen der Webseminar-Teilnehmenden wurden aufgenommen, umgesetzt und das GIS-Tool dahingehend optimiert.

Fachkonzept bildet Grundlage für HPA-Tool

Zum Hintergrund: Mit der Einführung des § 45b Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) wurde die Habitatpotenzialanalyse als anerkannte Methode etabliert, um das potenzielle Tötungsrisiko kollisionsgefährdeter Brutvogelarten durch Windenergieanlagen zu ermitteln. Auf Grundlage des Fachkonzepts von Reichenbach et al. (2023) wurden im Auftrag der Fachagentur Wind und Solar e. V. durch die ARSU GmbH GIS-Modelle entwickelt, die eine standardisierte und anwenderfreundliche Durchführung der HPA ermöglichen – auch ohne vertiefte Artenschutzkenntnisse.

Die Modelle prüfen, ob die gesetzlichen Regelvermutungen nach § 45b BNatSchG widerlegt oder bestätigt werden können. Dabei dienen sie als erste Einschätzung – im Einzelfall sollte das Ergebnis durch eine fachgutachterliche Vor-Ort-Prüfung überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Modelle wurden für QGIS, Version 3.34.12, erstellt und setzen grundlegende GIS-Kenntnisse voraus. Ergänzend wurde ein spezielles Werkzeug in Python entwickelt, das mit den Modellen zur Verfügung gestellt wird.

Das Tool steht auf der Website der Fachagentur Wind und Solar zum Download zur Verfügung. Zudem gibt es dort auch ein FAQ zum HPA-Tool.

Quelle: Fachagentur Wind und Solar

 


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