juwi baut drei Windräder auf ehemaligem Militärgelände

Foto: Schneebergerhof-Windhübel / juwi

Im Donnersbergkreis entsteht derzeit der Windpark Schneebergerhof-Windhübel mit drei Vestas V126 und einer Gesamtleistung von 10,35 Megawatt.

Solch ein Projekt realisiert man nicht alle Tage: Rund 50 Kilometer nördlich von Kaiserslautern, zwischen Gerbach, dem Schneebergerhof und Kriegsfeld in der Nordpfalz, hat der Projektentwickler juwi nun mit dem Aufbau von drei Windrädern des Typs Vestas V126 mit einer Leistung von jeweils 3,45 Megawatt begonnen. Das ist für ein Unternehmen, das als eines der ersten der Branche bereits über 1.000 Windräder onshore errichtet hat, soweit erst einmal nichts Ungewöhnliches – außergewöhnlich ist allerdings der Standort der drei Anlagen: Diese befinden sich auf einem ehemaligen Militärgelände.

juwi hat in der Vergangenheit schon mehrere Solarparks auf ehemals militärisch genutzten Liegenschaften realisiert, unter anderem in Brandis bei Leipzig und Lieberose bei Cottbus. Im Windbereich ist das Projekt allerdings eine absolute Ausnahme. Das Gelände in der Nordpfalz wurde zunächst von der US-Armee und zuletzt von der deutschen Bundeswehr genutzt. Seit etwa zehn Jahren liegt es nun brach.

„Es ist schon ein ganz spezieller Standort. Mit seinen halbverfallenen Gebäuden und der Natur drum herum, die sich in den vergangenen Jahren das Gelände immer weiter zurückerobert hat, versprüht er eine ganz eigene Atmosphäre“, berichtet Projektleiter Sebastian Weber, der das Vorhaben seit dem Jahr 2014 begleitet. Einer der Türme entsteht unmittelbar neben einem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz, überall finden sich Reste der einstigen militärischen Nutzung: Baracken, Bunker und sogar noch ein einsamer Basketballkorb als Überbleibsel der US-Armee. Andere Reste aus dieser Zeit gibt es zum Glück nicht mehr: Angeblich wurden auch hier während des kalten Krieges Atomsprengköpfe gelagert.

In wenigen Wochen wird hier nun sauberer Windstrom produziert – nach einer langen Planungszeit. Bereits im Jahr 2012 hat juwi mit der Entwicklung des Parks begonnen, im Oktober 2017 erhielt das Unternehmen schließlich die BImSchG-Genehmigung nach einer durchaus aufwendigen Vorbereitung. Nicht nur, dass alle Anlagenstandorte genau auf militärische Überreste untersucht werden mussten, vor allem in puncto Naturschutz war das Projekt komplex: Die Natur hatte sich die Militärbasis weitgehend zurückerobert. Entsprechend umfangreich waren die notwendigen Gutachten insbesondere im Hinblick auf die Avifauna. Zu den Auflagen für den Betrieb gehört dementsprechend nun auch ein erweitertes Fledermausmonitoring. „Dank unserer jahrelangen Erfahrung auch mit naturschutzfachlich komplexen Standorten konnten wir dieses Projekt nun erfolgreich umsetzen“, verweist Projektleiter Weber auf die Kompetenz und Durchsetzungsstärke der juwi-Gruppe.

Im Februar 2018 gehörte das Projekt zudem zu den ersten Vorhaben, die juwi erfolgreich durch die Ausschreibung für Wind onshore brachte. In der vergangenen Woche wurden dann die Turm- und Anlagenkomponenten über die kurvigen Straßen in Nordpfalz transportiert, jetzt wachsen bereits die Türme auf 149 Meter in die Höhe – und wenn alles läuft wie geplant, wird der Aufbau der drei Vestas-Anlagen noch vor Ende Mai abgeschlossen sein. „Wir wollen die Anlagen bis Mitte Juni in Betrieb nehmen“, erklärt Weber abschließend. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird ein Großteil der in Anspruch genommenen Fläche selbstverständlich wieder renaturiert.

Quelle: www.juwi.de