Bremer Windkraftpionier veröffentlicht den Jahresabschluss 2017

Energiekontor AG mit gutem Ergebnis auch 2017 weiter im Plan

Das Ergebnis der Energiekontor AG für das Geschäftsjahr 2017 lag unter Berücksichtigung des deutlich erhöhten Bestands an konzerneigenen Windparks aus selbst entwickelten Projekten im Rahmen der Erwartungen. Das Konzern-Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug € 16,7 Mio. (Vorjahr € 35,5 Mio.), das Konzernjahresergebnis lag bei € 11,9 Mio. (Vorjahr € 25,3 Mio.). Die Gesamtleistung des Konzerns lag im Berichtsjahr mit € 202,1 Mio. deutlich über dem Vorjahr (Vorjahr € 166,7 Mio.) und verdeutlicht die anhaltend hohe Produktivität und Wertschöpfungskraft des Unternehmens.

Auf Ebene der AG erwirtschaftete Energiekontor einen Jahresüberschuss von € 15,5 Mio. (Vorjahr € 28,7 Mio.). Vorstand und Aufsichtsrat werden auf der Hauptversammlung am 23. Mai 2018 eine Dividende von 0,60 € pro Aktie vorschlagen.

„Das gegenüber dem Vorjahr deutlich geringere Ergebnis ist im Wesentlichen auf die Übernahme etwa der Hälfte aller 2017 selbst entwickelten Windparks in den Eigenbestand zurückzuführen“, erklärt Peter Szabo, Vorstandsvorsitzender der Energiekontor AG. „Die potenziellen Margen, die bei einem Projektverkauf als Gewinne aufgedeckt würden, verbleiben in diesem Fall als stille Reserven im Anlagenbestand. Im Laufe der Jahre erwirtschaften die konzerneigenen Anlagen kontinuierliche Einnahmen. Energiekontor zieht mit dieser Strategie ein nachhaltiges Wachstum und die langfristige Sicherung des Geschäfts einer kurzfristigen Gewinnrealisierung vor. Da diese Linie im Geschäftsjahr 2017 konsequent eingehalten wurde, fällt der Unterschied im Vergleich zum Vorjahr besonders deutlich aus. Um den Bestand an konzerneigenen Wind- und Solarparks weiter auszubauen, beabsichtigen wir, diese Strategie auch in den folgenden Jahren beizubehalten.“

Vor diesem Hintergrund verlief das operative Geschäft der Energiekontor AG im Geschäftsjahr 2017 weitgehend nach Plan. Insgesamt wurden zehn Projekte fertiggestellt und in Betrieb genommen, drei Windparks und drei Einzelanlagen wurden an Investoren verkauft. Allein der Windpark Hammelwarder Moor sowie der Solarpark Garzau-Garzin konnten erst Anfang 2018 fertiggestellt werden. Zusammen mit den im Bau befindlichen Projekten Bremen-Hemelingen und Debstedt II hat Energiekontor damit alle Windparks umgesetzt, die noch bis Ende 2016 eine Genehmigung erhalten hatten und damit gemäß der Übergangsregelung des EEG 2017 nach dem erhöhten Tarif vergütet werden.

„Wie erwartet flachte das Unternehmenswachstum 2017 vorübergehend ab. Die Gesamtpipeline der in verschiedenen Stadien der Entwicklung befindlichen Projekte wuchs aufgrund unserer Akquisitionstätigkeiten in Deutschland und Großbritannien, aber auch in den neuen Ländermärkten Niederlande, Frankreich und USA, auf insgesamt fast 3.000 MW weiter an“, fasst Peter Szabo das abgeschlossenen Geschäftsjahr zusammen.

Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr ergänzt er: „Für das Geschäftsjahr 2018 gehen wir von einem Übergangsjahr aus, in dem das ausweisbare Konzern-EBT möglicherweise unter dem EBT des Jahres 2017 liegen wird. Hauptgrund ist das in Deutschland in 2017 eingeführte Ausschreibungsverfahren für Onshore-Wind, das zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung und Fehlsteuerung geführt hat und nicht nur Energiekontor, sondern auch viele andere Projektierer zwingt, vorhandene Projekte komplett umgenehmigen zu lassen, um eine wirtschaftliche Realisierung auf Grundlage des extrem gesunkenen Einspeisepreises möglich zu machen. Dies führt zu einer unplanmäßigen Verzögerung bei der Realisierung zahlreicher für 2018 vorgesehener Projekte. Aufgrund der insgesamt gut gefüllten und belastbaren Projektpipelines im In- und Ausland, der großen Fortschritte bei der Realisierung von Projekten ohne staatliche Förderung, sowie den erwarteten ersten Ergebnisbeiträgen aus den neuen Auslandsmärkten geht der Vorstand aktuell aber davon aus, dass 2018 ein durch die externen Rahmenbedingungen bedingtes Ausnahmejahr bleibt und 2019 der Wachstumskurs der Vorjahre erfolgreich fortgesetzt werden kann.“

Die ersten Projekte, die ohne staatliche Fördermaßnahmen allein auf dem Abschluss von Stromabnahmeverträgen mit großen Unternehmen als Endabnehmern (Enduser PPAs) beruhen, wird Energiekontor voraussichtlich in Großbritannien umsetzen. Aber auch in den USA bilden

PPAs die Grundlage für die Wirtschaftlichkeit von Wind- und Solarprojekten. Hier hat Energiekontor in der Region West-Texas mit einem eigenen Team vor Ort bislang Flächen für den Bau von Solarparks mit einer Kapazität von über 600 MW gesichert. Bereits im aktuellen Geschäftsjahr 2018 sollen erste PPAs abgeschlossen werden. Die Geschäftsleitung plant, zunächst die Projektrechte zu veräußern anstatt die Solarparks selbst zu errichten. Ein Grund dafür ist die schnellere Gewinnrealisierung, ein anderer die Schonung des verfügbaren Eigenkapitals. Je nach Projektfortschritt ist daher nicht ausgeschlossen, dass es bereits 2018 auch zu ersten Ergebnisbeiträgen aus den USA kommt.

„Wir wollen den Solarbereich weiter ausbauen und in den neuen Ländermärkten erfolgreich agieren“; so Szabo weiter. „Getrieben werden wir dabei von der Vision, die auch unserem Leitbild vorangestellt ist: eine 100-prozentige Versorgung des Strombedarfs mit erneuerbarer Energie. Diese Vision haben wir unserem Leitbild vorangestellt. Sie motiviert unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets aufs Neue, diesem Ziel mit kreativen Ideen und Freude am gemeinsamen Erfolg jeden Tag ein Stück näher zu kommen.

Der beste Weg, um eine nachhaltige Durchdringung des Energiemarktes mit erneuerbaren Energien zu erreichen, sind Erzeugungskosten für den Strom aus erneuerbaren Energien, die unterhalb der Kosten für die fossile und nukleare Stromerzeugung liegen. Hier kann Energiekontor einen wichtigen Beitrag leisten. Daher möchten wir als Pionier vorangehen und Wind- und Solarparks realisieren, deren Stromgestehungskosten niedriger sind als die der konventionellen Energiewirtschaft.

Sobald dies erreicht ist, fallen viele Barrieren weg, so z. B. die ökonomische: die Nutzer werden sich stets für den günstigeren Anbieter entscheiden, sofern keine weiteren Nachteile damit verbunden sind, zumal, wenn dieser den Strom umweltfreundlich bereitstellt. Aber auch eine gesellschaftliche: der Rückhalt in Politik und Gesellschaft wird sich deutlich erhöhen, insbesondere wenn Wind- und Solarenergie nicht mehr von öffentlichen Fördermaßnahmen abhängig sind. Die Ausbreitung der erneuerbaren Energien wird damit einen starken Schub bekommen.“

Der vollständige Geschäftsbericht 2017 ist im Internet unter www.energiekontor.de/investor-relations/finanzberichte.html eingestellt.

Quelle: www.energiekontor.de