Für sie wird sich die Frage des Rückbaus stellen – mit seiner ökologischen, ökonomischen und regulatorischen Dimension. Die Fachagentur Wind und Solar hat ein Hintergrundpapier zum Thema „Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen“ veröffentlicht. Das Dokument beleuchtet den Status quo, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die technologischen Entwicklungen in Bezug auf ausgediente Windenergieanlagen.
„Noch steht das Recycling von Windenergieanlagen am Anfang einer industriellen Entwicklung“,
erklärt Antje Wagenknecht, Geschäftsführerin der Fachagentur Wind und Solar.
„Doch mit jeder Windenergieanlage, die ihr Lebensende erreicht, wächst der Druck: Es ist notwendig, Sekundärmärkte für recycelte Materialien aufzubauen, standardisierte Materialpässe einzuführen und klare Vorgaben zum Rückbau und Recycling zu etablieren.“
Der Rückbau einer Windenergieanlage ist ein komplexer, mehrstufiger Prozess, der weit über die reine Demontage hinausgeht. Er umfasst die sichere Stilllegung, die Trennung der Materialien, deren sachgerechte Behandlung sowie die Rückführung in Verwertungs- und Entsorgungssysteme. Das Hintergrundpapier beschreibt, wie Windenergieanlagen zurückgebaut werden und welche gesetzlichen Vorgaben gelten.
Recycling von Rotorblättern
Die größte Herausforderung im Recycling stellen die Rotorblätter dar. Während beim Rückbau aktuell ausschließlich Rotorblätter aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) anfallen, werden ab den 2030er-Jahren auch Rotorblätter mit kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) dem Recycling zugeführt. Ab 2033 ist mit einem deutlichen Anstieg der zu verwertenden Faserverbundkunststoffe zu rechnen, insbesondere der Anteil an CFK wird spürbar steigen.
Für das Recycling von CFK steht mit der Pyrolyse bereits ein großtechnisch erprobtes Recycling-Verfahren zur Verfügung. Es ermöglicht, Fasern und Harze zurückzugewinnen. Auch GFK lassen sich mittels Pyrolyse recyceln, wobei der ökonomische Nutzen der Rückgewinnung derzeit begrenzt ist – auch, weil neue Glasfasern günstiger hergestellt werden können als recycelte.
„Der Rückbau einer Windenergieanlage ist nicht das Ende des Lebenszyklus, sondern der Beginn eines neuen. Nur wenn neben dem Ausbau auch der Rückbau und das Recycling konsequent umweltfreundlich und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden, kann die Windenergie ihr volles Potenzial als nachhaltige Energiequelle entfalten“,
so Wagenknecht.
Quelle: FA Wind und Solar
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