Der Ertragsindex ist essentiell für Betreiber, Betriebsführer oder Asset-Manager von Windparks. Schwankende Windverhältnisse führen dazu, dass einzelne Monatserträge meist deutlich vom langjährigen Mittelwert abweichen. Dabei ist es wichtig sicherzustellen, dass die monatlichen Variationen des Ertrages mit den Variationen des Windangebotes übereinstimmen. Weitere Erläuterungen zum Ertragsindex, Windtrend und auch Ertragsverlusten durch negative Strompreise sind im „Wind- und Ertragsindex Report für das Jahr 2025“ zu finden, der unter www.anemos.de/Windreport.pdf heruntergeladen werden kann.

Nur durch die Verwendung von objektiven und konsistenten Daten wie dem anemos Ertragsindex ist die Einschätzung, ob ein Windpark aufgrund des schwachen Windangebotes oder aufgrund von technischen Problemen unter den Erwartungen bleibt, möglich. Des Weiteren ermöglicht der Ertragsindex nach einigen Monaten bereits die Abschätzung eines realistischen Langzeitwertes. Detaillierte Anwendungsbeispiele sind unter anemos.de/Ertragsindex-Anwendungsbeispiele.pdf zu finden.

Einen detaillierteren Einblick auf das Windjahr 2025 zeigt die Ertragsindexkarte des anemos Windatlas in Abb. 1. Das Mittel der Jahre 2005-2024 bildet die Referenzperiode für das 100 % Niveau. Für eine 3-MW Windenergieanlage auf 100 Meter über Grund ergibt sich nach den beiden überdurchschnittlichen Jahren 2023 und 2024 ein deutlich unterdurchschnittlicher Wert von 88.1 %.

Im Jahr 2025 überschritten nur die Monate Juni, September und Oktober die Marke von 100 % beim Ertragsindex. Die Monate Januar, Mai und Juli lagen mit Indexwerten zwischen 90 % und 100 % geringfügig unter dem Durchschnitt. Deutlich schwächere Erträge wurden in den übrigen Monaten verzeichnet, deren Indexwerte zwischen 70 % und 90 % lagen. Besonders ausgeprägt war dies zu Jahresbeginn: In den Monaten Februar und März wurden lediglich Indexwerte zwischen 50 % und 70 % erreicht.

Neben den Indizes für Deutschland ist auch die Entwicklung des Windtrends sehr interessant, da dieser für Ertrags- und Erlösprognosen ein nicht zu vernachlässigender Faktor sein kann. Der Trendfaktor gibt an wie stark die mittlere Windgeschwindigkeit prozentual pro Jahr abnimmt (negativ) oder zunimmt (positiv). Der Trendfaktor wird analog zu der typischen Lebensdauer einer WEA von 20 Jahren über den aktuellsten Referenzzeitraum (2006 – 2025) gebildet. In Abb. 2 ist der Trendfaktor auf einer Höhe von 100 m über Grund für Deutschland dargestellt. Im Windtrend zeigt sich weiterhin ein ähnliches Muster wie im Jahr 2024, allerdings sind die Werte aufgrund des schwachen Windindexes des aktuellen Jahres in den meisten Regionen Deutschlands leicht negativer geworden.

Aufgrund von negativen Strompreisen, geregelt nach §51 EEG 2017, kommt es zu Ertragsverlusten. Nach dem EEG 2023 verkürzt sich die 6h-Regel auf nun drei Stunden, sodass die resultierenden Ertragsverluste regional deutlich höher ausfallen werden. Detaillierte Erläuterungen und der Vergleich zwischen 6h und 3h Regel sind dem Wind- und Ertragsindex Report 2025 zu entnehmen.

anemos bietet den Ertragsindex europaweit mit Zellen von 10 x 10 km² an und hat diese für eine noch höhere Genauigkeit in Deutschland auf 1 x 1 km² verkleinert. Zudem wurde für Deutschland eine Tages- und Jahresgangkorrektur entwickelt, um die so häufig benötigte Jahresverteilung noch besser abzubilden. Der anemos Ertragsindex ist bereits nach 10 – 12 Tagen nach Monatsende verfügbar. Auf Wunsch ist auch die Berechnung eines standortgenauen Index (25 x25 m²) mit individueller Leistungskennlinie und Nabenhöhe möglich.

Bei Interesse kann der Ertragsindex unverbindlich und kostenfrei getestet werden. Der Zugang zu den Daten wird Interessenten über das Online-Portal awis (awis.anemos.de) ermöglicht, über das u.a. auch Wind-Zeitreihen, Weibull-Statistiken und Windstrom-Marktwerte abgerufen werden können.


anemos

ist ein international tätiges, unabhängiges Dienstleistungsbüro im Bereich der Windenergienutzung und unterstützt seit über dreißig Jahren Kunden durch Forschung, Entwicklung und Beratung in allen meteorologischen Aspekten der Windenergie. Kernleistungen sind die Durchführung von Windmessungen, Wind-, Ertrags- und Erlösgutachten, Due Diligence und die Betriebsdatenanalyse sowie die Erstellung von Windatlanten und daraus abgeleitete Produkte wie den Ertragsindex. Für Bestandsanlagen nach EEG 2017 bieten wir zudem die Bestimmung der Standortgüte nach Inbetriebnahme (TR10) an. anemos ist nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018 akkreditiert.

Quelle: anemos Gesellschaft für Umweltmeteorologie mbH


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