„Wir wollen 10 Prozent Marktanteil in Deutschland“

Siemens Windpark in Frankreich.

Interview mit Hannes Reuter, CEO Wind Power EMEA zu der zukünftigen Marktentwicklung der Siemens AG im Bereich der Windenergie.

Herr Reuter, was sind Ihre Erwartungen für den deutschen Onshore-Markt für das nächste und das übernächste Jahr?

Die nächsten Jahre werden durch die Umstellung auf das Auktionsmodell bestimmt sein. 2015, 2016 werden wir noch viele Neuinstallationen sehen, sicherlich bis zu 3.500 Megawatt, weil die Unternehmen ihre Anlagen noch vor der Neuregelung ans Netz bringen wollen. Vielleicht gibt es dann einen kleinen Einschnitt. Aber ich glaube, dass wir uns danach im Bereich bis zu 2500 Megawatt jährlich stabilisieren werden.

Siemens ist in Deutschland Offshore stark vertreten, Onshore aber kaum noch. Dort hat in den letzten Jahren Enercon den Markt dominiert. Auf der Windenergy in Hamburg haben Sie nun ihre neue Turbine für Schwachwindstandorte vorgestellt. Welche Marktanteile streben Sie an?

Wir wollen die Zehn-Prozenthürde auf jeden Fall überschreiten. Ende dieses Jahres werden wir bis zu 200 Megawatt installiert haben, also bei etwa 6 Prozent des deutschen Onshore-Marktes liegen.

Was zeichnet ihre neue Turbine aus?

Sie ist speziell für Schwachwindstandorte entwickelt, aber auch Flexibel für mittelstarken Wind. Wir können sie in ganz Deutschland aufstellen. Sie hat eine ähnliche Leistung wie die bisherigen Anlagen der D3 Baureihe, bringt aber durch den größeren Rotor rund 20 Prozent mehr Ertrag.

Traditionell arbeitet Siemens mit den großen Betreibern zusammen. Was können Sie kleinen Projektierern und Bürgerwindparks anbieten, die Ihre Turbinen einsetzen möchten?

Wir haben flexible und einfache Lösungen bei den Verträgen geschaffen. Damit reichen statt 100 Seiten Vertrag jetzt 15. Und wir bieten einen umfassenden Service:

Über 20 Jahre machen wir – wenn das der Kunde wünscht - alles von A bis Z.

 Blicken Sie schon über das Ende des traditionellen EEG hinaus?

Das Auktionssystem, das kommen wird, ist generell gut für uns, weil alle Glieder der Kostenkette unter Druck geraten und dadurch die Stromgestehungskosten sinken. Das wird uns auch im Wettbewerb mit den konventionellen Kraftwerken noch einmal einen Schub geben.