Was kann die On- von der Offshorebranche lernen? - Interview mit Matthias Brandt

Mit Matthias Brandt, Vorstand der Deutschen Windtechnik AG, haben wir über die Lernpotentiale gesprochen, die sich in diesen Bereichen der On- von der Offshore-Windenergie ergeben.

Auch im zweiten Ausschreibungsjahr spürt die Windenergiebranche die Auswirkungen des EEG 2017 trotz gesetzlicher Reparaturen. Schwankende Ausbauzahlen erfordern eine vorausschauende Personal- und Einsatzplanung.

Der steigende Kostendruck wirft die Frage auf, wie die technische Betriebsführung bei gleichzeitig wachsenden Anforderungen effizient gestaltet werden kann.

Obwohl das erste Windrad an Land früher in Betrieb ging als auf See, ist die Off- der Onshorebranche in einigen Bereichen voraus.
Wo sehen Sie Aufholpotential? 

Die Offshore-Branche musste sich bereits sehr früh intensiv mit dem Thema Kostenreduktion beschäftigen, sowohl aufgrund höherer Kosten als auch durch die schneller absinkende Vergütung.

Zusätzlich haben die Parkgrößen ein größeres Potenzial für eine Harmonisierung und tiefer gehende „konzeptionelle“ Ansätze.

Kurzum: Offshore ist vorausgegangen in verschiedensten Bereichen wie Logistik, Prozesse, CMS u.v.m., was unter dem Schlagwort „Digitalisierung“ zusammengefasst werden kann. Onshore kann prüfen, was es davon sinnvoll adaptieren kann. 

Welche Vorteile und Aufgaben ergeben sich hinsichtlich einer potentiellen  Harmonisierung von internationalen Richt- und Regelsystemen?

Zahlreiche. Es ist schwierig alle Akteure an einen Tisch zu bekommen. Meistens kommt Harmonisierung erst nach der Verteilung der Märkte, um dann die Effizienz zu steigern.

Noch ist der Wettbewerb sehr hoch und die Akteure konzentrieren sich auf ihre Aufgaben und stimmen sich wenig ab. 

Welche Rolle spielen digitale Datennutzung und vorausschauende Wartung Offshore? 

Wie gesagt: eine deutliche größere. Insbesondere weil die Zugangszeiten limitierter und Logistikkosten deutlich höher sind.

Bei der Ausstattung der Anlagen und der Erstellung des Betriebskonzeptes wurde dies bereits berücksichtigt, so dass auch entsprechende Sensoren und Datenschnittstellen geschaffen und verbaut wurden. Ältere Windenergieanlagen an Land sind da rückständiger. 

Welche potentiellen Lerneffekte zwischen der On- und Offshorebranche erkennen Sie in dem Bereich der Arbeitssicherheit? 

Die eigentliche Arbeit von Monteuren unterscheidet sich nicht so stark. Aber es kommen Disziplinen wie Schiffe und Helikopter dazu. Dort gibt es zusätzliche Sicherheitsanforderungen.

Daneben gibt es viel mehr automatisierte Prozesse wie Zertifikatsmanagement, permit to work Prozesse, Rettungskonzepte, Überwachungsanforderungen des BSH, der Betreiber etc.

Kurzum: Das QHSE-Konzept ist deutlich umfangreicher und wird von zahlreichen Softwareprodukten getragen.

 

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Welche Antworten hat die Branche auf die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt?

Wie können Windenergieanlagen angesichts wachsender regulatorischer Komplexität effizient betrieben werden?

Welche Neuigkeiten gibt es in den Bereichen Versicherungen und Wartungsverträge? 

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