Nordex lässt Krise weiter hinter sich

Unter dem Strich vervierfachte sich der Gewinn fast auf 39 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Freitag in Hamburg auf Basis vorläufiger Zahlen mit.

Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat im vergangenen Jahr seine eindrucksvolle Kehrtwende untermauert. Unter dem Strich vervierfachte sich der Gewinn fast auf 39 Millionen Euro, wie die im TecDax notierte Gesellschaft am Freitag in Hamburg auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Der Umsatz legte um 21 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro zu und erreichte damit das obere Ende der erst im November erhöhten Prognose. Damit zahlt sich der harte Umbau in den vergangenen Jahren zunehmend aus.

In dieses Jahr ist Nordex mit einem Auftragsbestand von knapp 1,5 Milliarden Euro gegangen. Das sei eine gute Grundlage für eine weiter positive Entwicklung, sagte Vorstandschef Jürgen Zeschky. "Derzeit ist das Momentum in unserem Markt allgemein und speziell für die Nordex-Gruppe sehr positiv.

Was bedeutet das für die Anleger?

Eine genaue Prognose will das Unternehmen am 23. März nach der Jahresabschlussprüfung vorlegen. Dann soll es auch eine Entscheidung über eine Dividende geben, wie ein Sprecher sagte. Zuletzt hatte das Unternehmen Hoffnungen auf eine erstmalige Ausschüttung geschürt. Grundlage dafür ist dem Sprecher zufolge aber ein positiver Abschluss nach deutscher Rechnungslegung (HGB), der liege aber noch nicht vor.

Anleger reagierten zunächst enttäuscht. Die Aktie verlor zeitweise mehr als 6 Prozent an Wert, erholte sich dann aber und lag nach knapp zwei Handelsstunden mit 18,16 Euro nur noch gut ein Prozent im Minus. Das Papier hat seit seinem tiefsten Stand Ende Oktober 2012 von 2,573 Euro den Wert versiebenfacht. Zu dem Zeitpunkt steckte das Unternehmen wegen eines Umsatzeinbruchs infolge eines heftig tobenden Preiskampfs in der Branche tief in der Krise.

Mit den richtigen Maßnahmen aus der Krise

Inzwischen ist die Trendwende gelungen. Unter dem seit rund drei Jahren amtierenden Vorstandschef Zeschky konzentriert sich Nordex auf sein Kerngeschäft mit besonders effizienten Windanlagen. Unter anderem gab das Unternehmen die teuren Pläne für Windanlagen auf hoher See auf. Zudem zog sich Nordex weitgehend aus China und den USA zurück und machte ganze Werke dicht.

Zeschky ordnete auch die Beziehungen mit Zulieferern und verbesserte die Abläufe beim Aufbau der Windanlagen. Zuletzt gelang zudem der Abschluss eines besseren Kreditvertrags. Zudem profitiert die gesamte Branche nach längerer Durststrecke von wieder stabileren Förderbedingungen in vielen Ländern.