"Grundsätzlich erwarten wir ein Wachstum zwischen 20 und 30%"

Servicetechniker von Availon

Interview mit Michael Richter, Manager Global Sales, Availon GmbH. Herr Richter blickt zurück in der Unternehmensgeschichte und berichtet von den Plänen des Servicedienstleisters.

Herr Richter, wie viele Mitarbeiter hat Availon derzeit und wie viele Anlagen haben Sie unter Vertrag?

Wir beschäftigen aktuell 374 Mitarbeiter und wachsen kontinuierlich weiter. Wir haben weit über 2000 Megawatt unter Vertrag. Jüngst haben wir mit Vestas-Anlagen die 1000 Megawatt-Grenze durchschlagen. Da Availon ursprünglich mit der GE-WEA Technologie angefangen ist, konnten wir hier, auch ein sehr großes Kontingent an GE Anlagen aufbauen. Und Gamesa WEA sind seit letztem Jahr unser drittes Standbein. Inzwischen betreuen wir rund 200 Gamesa-Anlagen in den Ländern, in denen wir vertreten sind.

Wie werden Ihre Zahlen Ende 2015 aussehen?

Es ist schwierig, eine genaue Prognose abzugeben. In Italien, Spanien, Polen, Portugal und auch in den USA sind die Parks und die Portfolios der Kunden teilweise so groß, dass die ausgeschriebenen Serviceverträge mehr als 200 Megawatt umfassen können. Da kann ein einzelner Zuschlag ins Gewicht fallen. Grundsätzlich gehen wir von einem Wachstum zwischen 20 und 30 % aus.

Das heißt, Sie kommen von aktuell 2000 Megawatt auf 2600 Megawatt?

Ja. Wir sind 2007 mit fünf Mann gestartet. Jetzt sind wir 370, Ende dieses Jahres werden wir sicherlich die 400er-Marke knacken. Wir haben als Availon Reputation aufgebaut. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass wir weiter so stark wie in den Vorjahren wachsen werden. Grund dafür ist vor allem eine zufriedene Kundenbasis, die auch weiterhin mit uns zusammenarbeiten möchte und wir mit neuen Kunden auch in Gesprächen sind.

Wo sehen Sie Ihr größtes Wachstumspotential? Im In- oder Ausland?

Deutschland ist unser Brot-und-Butter-Geschäft.

Unsere Ingenieure sind hauptsächlich hier beschäftigt, hier entwickeln wir Upgrades und Optimierungsstrategien für die Anlagen. In Deutschland werden wir vor allem bei Vestas wachsen. Wir haben 2009 mit Vestas-Anlagen angefangen und bauen unsere Position gerade aus.

Und im Ausland?

Die Bedeutung nimmt stark zu. Wir verzeichnen hohe Wachstumswerte im Auslandsgeschäft. Die wichtigsten Auslandsmärkte für uns sind die USA, Spanien und Italien, in diesem Jahr sind Polen und Portugal dazugekommen.

Was ist der Schlüssel, um als Serviceunternehmen den Auftrag für einen großen Park zu gewinnen?

Der Kunde möchte, dass er mit seinen Windenergieanlagen kurz- und langfristig den höchstmöglichen Ertrag zu niedrigen Betriebskosten erzielt und die Betriebskosten langfristig nicht explodieren. Hier spielt dann bei seiner Entscheidung die Qualität, die Transparenz, das Service- und Wartungskonzept und natürlich auch der Preis eine Rolle. Wir sind sicher, dass wir in der Summe aller Entscheidungskriterien sehr wettbewerbsfähig sind.  Wir können uns auch speziell  durch Qualität stark abheben: Wir haben Kompetenzzentren mit fast 30 Ingenieuren, in denen Upgrades und Optimierungsstrategien entwickelt werden. Wir sind qualitativ besser   als die OEMs.  Und das stellen wir unserem Kunden dar. Des Weiteren können OEM nicht mehrere Technologien abdecken. Availon kann sich hier sehr gut positionieren.

Können Sie den Mehrwert mit Zahlen unterlegen?

Wir haben eine höhere Verfügbarkeit bei allen WEA Typen erreicht und auch weniger Reparatureinsätze durch unser präventives Instandhaltungskonzept. Das äußert sich auch in der Geldbörse. Wir sind auf einige Anlagen spezialisiert, dort liegen unsere Stärken. Wenn ein Kunde Anlagen verschiedener Hersteller hat, die wir alle betreuen, braucht er nur noch einen Ansprechpartner. Das verringert Prozesskosten und Transaktionskosten. Während früher die Kunden erst auf uns zukamen, nachdem ihre Serviceverträge mit dem Hersteller nach fünf bis zehn Jahren ausliefen, kommen viele Kunden heute schon nach zwei Jahren auf uns zu oder wir sitzen bei Kunden, die ihr Projekt gerade planen. Erfahrene Betreiber wissen, was sie vom Service erwarten.