In weniger als zwei Wochen startet die WindEnergy Hamburg 2026. Vom 22. bis 25. September treffen sich auf der internationalen Fachmesse Experten aus der Onshore- und Offshore-Windenergiebranche. Wir haben die Unternehmen gefragt, welche Themen sie derzeit beschäftigen und mit welchen Produkthighlights sie anreisen.

Von Planung, Herstellung, Zulieferung bis hin zu Finanzierung und Betrieb: Die rund 1.600 ausstellenden Unternehmen aus 40 Ländern kommen aus unterschiedlichen Bereichen entlang der Wertschöpfungskette der Windindustrie. Entsprechend vielseitig sind die Themen, die sie derzeit beschäftigen. Neben dem EEG 2027 und dem Netzpaket stehen Batteriespeicher, hybride Lösungen sowie digitale Verwaltung und technische Betriebsthemen weit oben auf der Liste.

EEG 2027 und Netzpaket dürfen Investitionssicherheit nicht blockieren

Trotz politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen ist die weltweite Kapazität der Windenergie im vergangenen Jahr um rund 165 Gigawatt (GW) Kapazität weiter angestiegen. Laut dem Global Wind Report entfielen 155,3 GW auf Onshore-Windenergie und 9,3 GW auf Offshore-Windenergie. Klimaschutz und Energiesouveränität gelten inzwischen als Treiber für den Ausbau erneuerbarer Energien.

Um diesen Ausbau konsequent weiterführen zu können, wünschen sich viele Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit seitens der Politik.

„Im Mittelpunkt stehen für uns die Fragen, wie der Ausbau der Windenergie weiter beschleunigt, statt ausgebremst werden kann, und wie wir gemeinsam die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit von Erneuerbaren Energien in Europa stärken“,

sagt Benjamin Seifert, Executive Vice President von Enercon.

Die Gestaltung eines zukunftsfähigen EEG und Netzpakets ist nicht nur für den Windturbinenhersteller ein zentrales Thema. Auch der Projektierer PNE und der Servicedienstleister BWTS Energy Services bewerten die politischen Rahmenbedingungen als herausfordernd. „Themen wie die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket schaffen derzeit Unsicherheit und erfordern klare politische Weichenstellungen“, erklärt PNE auf Nachfrage. Für BWTS Energy Services steht zudem die Frage im Raum, wie bestehende Unsicherheiten bei Investoren reduziert werden können.

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    Veranstaltungshinweis08.09.2026
    Mit dem EEG 2027 und dem Netzanschlusspaket steht der Energiewirtschaft und den Erneuerbaren ein Paradigmenwechsel bevor. Der Referentenentwurf sieht bereits ...

Redispatch und Abregelung: Betreiber benötigen nachvollziehbare Daten

Der Redispatch-Vorbehalt wird von der Branche als weitere Hürde bewertet. Laut Matthias Karger, dem Geschäftsführer von node.energy, wurden im Jahr 2025 durch negativen Redispatch 15.540 Gigawattstunden (GWh) abgeregelt. 60 Prozent dieser Menge stammten aus erneuerbaren Energien. Gleichzeitig würde sich die Zahl der betroffenen Betreiber vergrößern. Die Projekte der Betreiber müssten dabei weiterhin prüfbar bleiben, so Matthias Karger. „Wer die Datenbasis der Gegenseite nicht rekonstruieren kann, verhandelt mit Netzbetreibern und Direktvermarktern ohne Grundlage.“ Auf der Messe zeigt das Unternehmen, wie eine Redispatch-Forderung dokumentiert wird, sodass sie einer Prüfung standhält.

Beim Redispatch und bei Abregelungsmaßnahmen sei es zunehmend wichtig, das Stromsystem zu verstehen und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, erklärt das Softwareunternehmen Blindleister. „Von Projektentwicklern bekommen wir bereits deutlich mit, dass bestehende Geschäftsmodelle durch die zunehmende Unsicherheit schwieriger zu bewerten sind“, sagt Stefan Häselbarth, Managing Director bei Blindleister. Das Unternehmen bietet eine Software an, mit der Betreiber am entstehenden Blindleistungsmarkt teilnehmen können. „Ein Schwerpunkt liegt auf unseren Leistungsflussberechnungen auf Verteilnetz- und Übertragungsnetzebene. Damit können wir Netzsituationen detailliert analysieren und freie Netzkapazitäten sowie mögliche Engpässe quantitativ bewerten.“

Erstmals eigene Fläche in Hamburg: 3.600 Quadratmeter für Batteriespeicher

Hinsichtlich der Netzstabilität und optimalen Netzausnutzung dürfte es auch viel Gesprächsbedarf zu den Themen Batteriespeicher, flexible Netzanschlüsse und Momentanreserve geben. Das Geschäftsfeld Batteriespeicher erhält auf der WindEnergy Hamburg erstmals einen eigenen Bereich. In der rund 3.600 Quadratmeter großen „Energy Storage Area“ präsentieren Ausstellende ihre Lösungen zur Integration von Energiespeichern in die erneuerbare Energieversorgung.

Für novventos gehören hybride Lösungen, die Wind- und Solarenergie kombinieren, zu den Top-Themen auf der Messe. Das Unternehmen geht zudem davon aus, dass der Energiebedarf durch Rechenzentren und zunehmende Elektromobilität weiter steigen wird. Zu den Produkthighlights vom Hersteller für Hybrid-Energielösungen zählen die naca.boost Windturbine, die speziell für die Nutzung von turbulentem, bodennahem Wind entwickelt wurde, sowie die mobile Lösung mobile.energy. Diese kombiniert Wind- und Solarenergie mit einem Batteriespeicher und kann beispielsweise im Bau- und Infrastrukturbereich zum Einsatz kommen. Für PNE rückt außerdem der Bereich der industriellen Energieversorgung in den Themenfokus. Mit dem Energiekonzept „Industrial Energy Solutions“ richtet sich das Unternehmen an Industrieunternehmen, die ihre Energieversorgung umstellen möchten.

Wo präsentieren sich die Unternehmen?

  • applied technologies auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A3 | 602
  • Blindleister auf der WindEnergy Hamburg 2026: A3 | JIU.147
  • BWTS Energy Services auf der WindEnergy Hamburg 2026: A1 | 523
  • Deutsche Windtechnik auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A1 | 420
  • Enercon auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A4 | 244
  • FreiLacke auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle B7 | 236
  • novventos Clean Energy auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle B5 Freigelände | 003
  • PNE auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A1 | 330
  • RUD Ketten Rieger & Dietz auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A4 | 448
  • STAHLWILLE Eduard Wille auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A1 | 519
  • broadpin auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A3 | 557
  • node.energy auf der WindEnergy Hamburg 2026: Halle A1 | 500

Wachsende Portfolios brauchen digitale Verwaltung

Mit hybriden Portfolios und neuen Vermarktungsmöglichkeiten gewinnen auch die Themen Digitalisierung von Projekten und KI-gestützte Analysen weiter an Relevanz. „Betreiber müssen ihre Wirtschaftlichkeit heutzutage häufiger und schneller neu bewerten als früher“, erklärt Daniel Saager, Geschäftsführer von applied technologies.

„Wind- und Solarportfolios wechseln häufiger den Besitzer, es wird zugekauft und verkauft. Wer bei einer Transaktion nicht innerhalb weniger Tage belastbare Daten zu jedem Park vorlegen kann, verliert Verhandlungsposition oder Kaufpreis.“

Andy Klawitter, Prokurist bei der IT-Firma, ergänzt, dass Portfolios oft schneller wachsen als die Verwaltungsstrukturen. „Wer heute dutzende Excel-Dateien pro Park pflegt, weiß genau, was wir meinen.“

Zukunftssichere IT- und Enterprise-Resource-Planning-(ERP)-Systeme sowie KI-gestützte Analysen sind auch für das Softwareunternehmen Broadpin zentrale Themen. Einerseits geht es darum, milliardenschwere Kapitalprojekte zu steuern, andererseits, aus den Daten bessere operative Entscheidungen abzuleiten.

„Wir zeigen live, wie sich Kapitalprojekt-Management und moderne Cloud-ERP-Lösungen sinnvoll verbinden lassen“,

erklärt das Unternehmen.

Die Digitalisierung ist jedoch nicht nur für das Management von Portfolios zentral, sondern reicht bis in den Betriebsalltag an der Anlage hinein. Dazu gehört laut dem Werkzeughersteller Stahlwille neben der vollständigen Dokumentation sicherheitsrelevanter Schraubprozesse auch die effizientere Gestaltung von Wartungsarbeiten und die Vermeidung ungeplanter Stillstände. Zudem sieht das Unternehmen einen steigenden Bedarf an prozesssicheren, ergonomischen und einfach anwendbaren Werkzeuglösungen.

Eventankündigungen:

  • Am 23. September, 17:00–19:00 Uhr, lädt Broadpin zu einem Get-together am Oracle-Stand ein. Interessierte können zudem vorab einen Termin für ein persönliches Gespräch am Stand (Halle A3 | 557) vereinbaren.
  • Am 23. September ab 18:00 Uhr lädt die Deutsche Windtechnik zur Standparty ein – mit DJ, Drinks und Fischbrötchen (Halle A1 | 420).
  • Am 24. September, 13:15–13:55 Uhr, hält Broadpin einen Fachvortrag in der Speaker´s Corner, Halle A3. Das Unternehmen bringt Praxisbeispiele aus dem Construction Engineering- und dem Cloud-Apps-Bereich mit – darunter Einblicke in das Tri-State-Projekt und erste Erkenntnisse aus aktuellen Transformationsprojekten in Deutschland.
  • Am 24. September, 12:30–12:40 Uhr, hält RUD einen Vortrag über das neu entwickelte Hebezeug RUD neXera 800.

Weiterbetrieb, Komponententausch, Rotorblätter: Trends im Service

Auch im Service- und Wartungsbereich gibt es in diesem Jahr Trendthemen. Für Deutsche Windtechnik sind dies der Weiterbetrieb von Windenergieanlagen, der Großkomponententausch, der Fachkräftemangel sowie Blattlagerrisse an Rotorblättern. Wie sich das Material von Windenergieanlagen lebensverlängernd pflegen lässt, zeigt der Lackhersteller FreiLacke.

„Wir sehen großes Potenzial in Lösungen, die Effizienz und Lebensdauer von Windenergieanlagen weiter verbessern“,

sagt Heiko Blattert, Entwicklungsleitung Produktgruppe Composite. „Dazu gehören für uns LEP-Beschichtungen zum Schutz der Rotorblätter vor Erosion ebenso wie hocheffiziente Beschichtungsmaterialien und Prozesse für die Herstellung einzelner Komponenten.“

Um Wartungsprozesse zu optimieren, entwickelt RUD Hebezeug-Produkte. Auf der Messe können Besucher*innen das neu entwickelte Hebezeug neXera 800 sehen, das für den Einsatz in sehr hohen Windkraftanlagen konzipiert ist.

Trotz der politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen sind die Unternehmen positiv gestimmt und freuen sich auf die Messe. Die Eröffnungsfeier der WindEnergy Hamburg 2026 findet am Dienstag, dem 22. September, von 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr statt. Für alle, die nicht live dabei sein können, wird es eine Liveübertragung geben.

Die WindEnergy Hamburg 2026 findet vom 22. bis 25. September statt. Auf der internationalen Messe treffen sich Fachbesuchende, Entscheider*innen und Nachwuchskräfte, um sich zu vernetzen und die neuesten Lösungen für die On‑ und Offshore‑Windenergie zu präsentieren.

Mehr Informationen zur Messe finden Sie hier: www.windenergyhamburg.de

Den Bundesverband Windenergie (BWE) finden Sie in Halle A1 | 308.


Aktuelles zur WindEnergy Hamburg 2026:


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