Starkes Wachstum durch Repowering

Repowering im Windpark Kirchheilingen

Mit 4.750 Megawatt (MW) Zubau hat die Windkraft in Deutschland ihr bisher bestes Ergebnis erreicht. Mindestens ein Viertel davon wurde im Repowering umgesetzt. In den kommenden Jahre erwartet die Branche weiter einen hohen Zubau.

 

2014 ist die neu installierte Windenergieleistung in Deutschland zum vierten Mal in Folge gestiegen. Der Zubau an Anlagen an Land lag mit 4750 MW schon 47 Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2002. Angesichts niedriger Installationszahlen in den Bereichen Solar- und Bioenergie hat sich die Wind damit zum Grundpfeiler des Erneuerbare-Energien-Ausbaus in Deutschland entwickelt.

Dabei wächst die Bedeutung des Ersatzes alter Anlagen kontinuierlich. 2014 wurden mindestens 544 Altanlagen mit einer Leistung von 364 MW abgebaut. Dafür wurden in den selben Landkreisen 413 neue Windrädern mit 1148 MW aufgebaut. Der durchschnittlichen Leistung der Altanlagen von 670 Kilowatt stehen bei den Neuanlagen knapp 2,8 Megawatt gegenüber. Das Repowering hat 2014 bereits ein Viertel des Zubaus ausgemacht. Dieser Trend wird sich fortsetzen.

Leistung der Anlagen hat sich seit 2002 verdoppelt

Der Bestand an installierter Windkraftleistung in Deutschland stieg unter Berücksichtigung des Abbaus alter Anlagen um 4386 MW auf 38115 MW. Durch den Abbau infolge des Repowerings gab es Ende 2014 dennoch nur 1222 mehr Windräder in Deutschland als im Vorjahr.

Der Wert liegt nur wenig über dem Wert des Vorjahres (1154 neue Anlagen) und bleibt weit unter den Neuaufstellungen um die Jahrtausendwende, als bis zu 2300 Anlagen pro Jahr dazu kamen. Hintergrund ist der Leistungssprung der neu installierten Anlagen: Mit 2,67 MW ist die durchschnittliche Windenergieanlage knapp doppelt so leistungsfähig wie die Anlagen 2002.

Für die kommenden Jahre erwartet die Branche einen leicht verminderten, aber immer noch vergleichsweise starken Zubau. Der Bundesverband Windenergie (BWE) und der VDMA prognostizieren eine zusätzliche Bruttoleistung von 4250 MW. Netto, also nach Abzug der abgebauten Anlagen in Repowering Projekten, wird der Zubau danach immer noch bei 3750 MW liegen. Das wäre immer noch das historisch zweitbeste Ergebnis.

Risikofaktor Auschreibungen

Damit bleibt ein Einbruch der Windenergie in Deutschland durch das 2014 geänderte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), wie ihn die Solar- und Bioenergiebranche erlebt haben, zunächst aus. Die durchschnittliche Vergütung für Windstrom wird durch den hohen Zubau 2014 im Jahr 2016 zwar um 4,8 Prozent zurück gehen. Das werde aber durch steigende Effizienz der Anlagen ausgeglichen, versichert die Branche. Es bestehe zwar eine große Verunsicherung durch die von der Bundesregierung angekündigte Umstellung des bisherigen Systems einer festen Einspeisevergütung auf Versteigerungen. Wie die Versteigerungen umgesetzt werden, ist aber weiter offen. Und zunächst besteht bis 2017 weiter Planungssicherheit.