Gute Aussichten für die Windenergie

2013 erlebte die weltweite Windenergiebranche erstmals einen deutlichen Einbruch bei der neu installierten Anlagenkapazität: Mit 35.500 Megawatt (MW) lag die Leistung ca. 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. 2014 soll diese Delle mithilfe der Märkte in den USA und China mehr als ausgeglichen werden. Und die Nachfrage zieht inzwischen nicht nur dort wieder deutlich an. Denn die Windenergie wird dank größerer Anlagen immer preiswerter. Auch Offshore-Wind wächst schnell.

Windenergie nach wie vor Spitzenreiter

Selbst in einem schwachen Jahr wie 2013 liegt die Windenergie beim Zubau der Stromerzeugung immer noch vorne: In Europa kam sie mit 32 Prozent bzw. beziehungsweise 11.200 MW auf den ersten Rang, knapp vor der Photovoltaik mit 11.000 MW. Nach einer Untersuchung des europäischen Windenergieverbandes EWEA rangieren Wind und Solar damit deutlich vor den Gaskraftwerken, die nur noch 7.500 MW erreichten, und den weit abgeschlagenen Kohlekraftwerken (1.000 MW).

Das wirkt sich mittelfristig nicht nur positiv auf die klimarelevanten Emissionen aus der Energieerzeugung aus, sondern schafft auch neue Arbeitsplätze in Europa. Denn die europäische Windindustrie hat 2012 Marktanteile hinzugewonnen: Vestas, Siemens, Enercon und Gamesa rangieren laut BTM Consult bei den Weltmarktanteilen unter den TOP 6.

Branchenprimus GE (USA) hat große Teile seiner Forschung und Fertigung in Europa platziert und auch der indische Hersteller Suzlon entwickelt seine Anlagen auf dem Alten Kontinent, zudem hat das Unternehmen mit Senvion (vormals Repower Systems) eine bedeutende europäische Tochter.

Offshore-Windenergie erlebt 2013 Durchbruch

Gerade der Zubau des vergangenen Jahres in Deutschland, der mit 3.000 MW schon fast an die Rekordzahlen von 2002 heranreichte, zeigt, wie schnell die fortschreitende technische Entwicklung der Windkraft neue Standorte erschließt. Die jüngste Generation von Binnenlandanlagen macht auch Regionen für die Windenergie wirtschaftlich, die noch vor wenigen Jahren nicht in Betracht kamen: Die heutigen Anlagen mit Nabenhöhen bis zu 140 Metern, Rotoren mit 130 Metern Durchmesser und Leistungen über 3 MW produzieren zudem kontinuierlicher Strom und kommen auf mehr Volllaststunden pro Jahr als jede Anlagen­-Generation zuvor.

Einen regelrechten Durchbruch erlebte 2013 die Offshore­Windenergie. Über 7.000 MW Zubau weltweit kennzeichnen den Übergang in ein neues Industriezeitalter für die Windenergie auf See. In Deutschland werden in den kommenden zwei Jahren Anlagen mit mehreren tausend Megawatt Nennleistung ihren Strom ins Netz einspeisen. Und neben dem Offshore-­Primus Großbritannien will auch China dieses Segment jetzt schnell ausbauen. Die Großserienfertigung wird dort die Kosten um 40 bis 50 Prozent drücken.

Effizientere Anlagen, sinkende Kosten und – insbesondere in den USA – eine verstetigte politische Unterstützung: Mit diesen Vorzeichen wird für die Windenergie in diesem Jahr wieder ein Zubau über 45.000 MW erwartet.