Finanzierung – Wer sind die Investoren von morgen?

Waldwindpark Calau-Schadewitz.

Kommunen, Genossenschaften, Landwirten und Privatinvestoren bleiben wichtige Partner beim Ausbau der Windenergie an Land. Der mögliche Abschied von festen Einspeisetarifen in Deutschland beschäftigt die Branche.

 Die Studie „Akteursstrukturen von Windenergieprojekten in Deutschland“ welche die WindGuard, im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie e. V. erarbeitet hat, bietet zum ersten Mal eine fundierte wissenschaftliche Analyse zur Struktur der Marktteilnehmer in der Windbranche.

Die Studie zeigt, dass sich die dass sich das Bild der Akteurs Strukturen zwischen Realisierung und Betriebsphase deutlich verändert.

Struktur der Akteure ändert sich in den verschiedenen Projektphasen

In der Realisierungsphase wird der Markt vor allem durch die Projektentwickler dominiert, die rund zwei Drittel der Leistung errichten, gefolgt von den Bürgerwindparks/ Landwirten, die etwa 15 – 16 % stellen. Die weiteren Akteurs Gruppen haben in der Realisierungsphase nur relativ kleine Anteile an der neu installierten Leistung.

In der Betriebsphase wandelt sich das Bild, der Markt wird vielfältiger und wird weniger stark durch eine bestimmte Akteurs Gruppe dominiert. Die Projektentwickler sind bei noch rund einem Drittel der installierten Leistung. Eigentümer, die restlichen Projekte wurden an andere Akteurs Gruppen veräußert, was sich in deren entsprechend

gewachsenen Anteilen widerspiegelt. Ins­ besondere bei den institutionellen und internationalen Akteuren, aber auch bei den EVU und Stadtwerken/Regionalversorgern sind die Anteile spürbar gewachsen. Dies zeigt, dass die Betreiberstruktur von Windenergieprojekten in Deutschland ins­ gesamt sehr vielschichtig ist.

Diese Vielschichtigkeit in der Akteurs Struktur hat über Jahrzehnte die Investitionen in Erneuerbare garantiert und auch ihre Akzeptanz vor Ort gesichert. Voraussetzung dazu war ein vergleichsweise leicht einzugrenzendes Risiko: Bei einer garantierten Einspeisevergütung, bekannten Windverhältnissen und einer erprobten Technik lässt sich der Ertrag eines Windparks gut bestimmen.

Ausschreibungen- auf die Ausgestaltung kommt es an

Die feste Einspeisevergütung könnte nach dem Willen der Bundesregierung künftig durch ein Ausschreibungssystem ersetzt werden. Nach einer Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) Mitte 2014 sehen 46 Prozent der befragten Gemeinden darin eine Gefahr für regionale Energieprojekte.

Auch Eine Umfrage der „Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften“ vom Juli 2014 hat ergeben, dass Energiegenossenschaften ihre Investitionspläne unter den Bedingungen des seit vergangenem Jahr geltenden weitgehend aufgegeben haben.

Die Bundesregierung will ab dem laufenden Jahr mit Pilot­Ausschreibungen für Solar­ anlagen ermitteln, wie die „erneuerbaren Energien kostengünstig“ und „unter Wahrung hoher Akzeptanz und Akteurs Vielfalt“ weiter ausgebaut werden können. Für die Windkraft ist zumindest angedacht, dass kleinere Onshore­Parks unter 6 Megawatt von den Ausschreibungen ausgenommen werden und damit auch für Bürgernahe Investitionen offen bleiben. Die Studie des Bundesverbandes WindEnergie ist eine erste Grundlage um sich dem Thema fundiert anzunähern. Die Politik ist nun gefordert, den Begriff Akteurs Vielfalt und die damit verbundenen konkreten Zielsetzungen genau zu definieren. Nur so kann entschieden werden ob das Ausschreibungsmodell spezielle Regenlungen im Themenbereich der Akteurs Vielfalt enthalten soll oder ob es nicht zwingend notwendig ist.

Massgebliche Aktuersgruppen der Windenergieentwicklung im Zeitverlauf