ENERCON führt neues Wartungskonzept ein

ENERCON bereitet in Deutschland eine umfangreiche Umstrukturierung seines Wartungskonzepts vor. Bisher separat durchgeführte Wartungen werden künftig zusammengefasst und an gemeinsamen Terminen abgearbeitet. Zudem werden alle vier Jahre zusätzliche Prüfungen stattfinden, verbunden mit einer optimierten Dokumentation der durchgeführten Wartungsmaßnahmen inklusive der geforderten Nachweise für die zuständigen Überwachungsbehörden. Hintergrund der Neustrukturierung sind die wachsenden Anforderungen durch Normen und Richtlinien, die einen erweiterten Prüfumfang bei der Wartung von Windenergieanlagen ergeben.

Die Änderungen ergeben sich insbesondere durch gestiegene gesetzliche Anforderungen wie bspw. aus der sogenannten DGUV3-Prüfung (ehem. BGV A3) für elektrotechnische Komponenten der Windenergieanlage oder der wiederkehrenden Netzschutzprüfung. Die zum Nachweis notwendigen Unterlagen können Kunden künftig im Service-Info-Portal (SIP) einsehen und herunterladen.

Bisher separat durchgeführte Prüfungen werden zusammengefasst, so dass ENERCON sein grundlegendes Wartungsintervall von viertel- auf halbjährlich umstellen kann. Künftig werden daher im Abstand von sechs Monaten eine kombinierte elektrische und mechanische Wartung, die sogenannte Hauptwartung sowie die aus dem bestehenden Wartungskonzept übernommene Fettwartung durchgeführt. Für die Hauptwartung werden die Service-Teams neu zusammengestellt und die Service-Fahrzeuge mit neuem Messequipment bestückt. Wartungen, die nur bei bestimmten Windbedingungen durchgeführt werden können – z.B. Test der Fliehkraftschalter (Überdrehzahltest) und des Transmission-Betriebs, erfolgen künftig bei der windabhängigen Wartung, welche Bestandteil der Hauptwartung ist. Darüber hinaus wird es Zusatzmodule geben, die alle vier Jahre durchgeführt werden. Es handelt sich hierbei um die 4-Jahres-Wartung sowie die WIC-Relais- und Netzschutz-Prüfung.

Da sich die in ENERCON-Windenergieanlagen zur Fernüberwachung eingesetzte Sensortechnik stetig verbessert, besteht für einige bisherige Prüfpunkte keine technische Notwendigkeit mehr. „Durch das neue Wartungskonzept wird es jedoch keine Abstriche bei der Qualität unseres Service geben“, betont Michael Hölscher, technischer Leiter.

„Da der Wartungsprozess Bestandteil der Typenprüfung ist, ist es selbstverständlich, dass die entscheidenden Zertifizierungspartner die Umstellung, von einem drei- auf ein sechsmonatiges Wartungsintervall, begleiten. Von diesen haben wir eine positive Rückmeldung erhalten. Eine Anpassung der bestehenden Service-Verträge ist nicht notwendig“, ergänzt Hermann Bohlen, Leiter ENERCON Kundenservice.

Die Umsetzung des neuen Wartungskonzepts in Deutschland erfolgt zum ersten Quartal 2016. International erfolgt die Umstellung zu einem späteren Zeitpunkt im kommenden Jahr.