Drei Schritte zum Weiterbetrieb

Betreiber von älteren Windparks stehen vor einer schwierigen Entscheidungssituation: Lohnt sich der Weiterbetrieb nach 20 Jahren überhaupt? Diese Parameter verschaffen Klarheit.

20 Jahre, und dann? Vor dieser Frage stehen viele Betreiber mit älteren Windparks derzeit ganz akut. Am 1. Januar 2021 fallen erstmalig knapp 6.000 Windräder aus der EEG-Vergütung, in den Folgejahren folgen viele tausend weitere. Ist ein Repowering unmöglich, rückt der Weiterbetrieb zwangsläufig in den Fokus: Dieser ist für Betreiber allerdings zunächst eine Rechnung mit einigen Unbekannten. Daher ist es wichtig, im ersten Schritt alle wesentlichen Betriebsparameter systematisch zu erfassen, um möglichst schnell einen ersten Überblick über die Anschlussoptionen zu gewinnen. Die juwi O&M hat hierfür zum Beispiel einen Schnelltest entwickelt, der alle relevanten Betriebsdaten analysiert und innerhalb weniger Minuten eine Einordnung möglich macht.

Drei Schritte zur Entscheidungsfindung

Ist mein Windpark überhaupt wirtschaftlich weiter zu betreiben? Eine erste Annäherung an die Antwort auf diese Frage bietet oft schon die Ersteinschätzung des Betreibers. Konkretisiert wird diese bei der Gegenüberstellung aller Erträge und Aufwendungen. Der Blick in die Gewinn- und Verlustrechnung der Anlage und die durchschnittlichen Stromerträge der zurückliegenden Jahre verschafft dann endgültig Klarheit über den weiteren Kurs des Windparks. Fällt diese Erstanalyse positiv aus, macht es für Betreiber Sinn, gemeinsam mit einem erfahrenen Betriebsführer in eine umfangreiche Detailanalyse einzusteigen. Da diese wesentlich detail- und umfangreicher ausfällt, kostet sie entsprechend mehr Zeit - und auch Geld. Daher sollte das Potenzial des Windparks vorab unbedingt geprüft werden.

Im anschließenden zweiten Schritt sollten dann nicht nur die Pacht- und Versicherungsverträge durchleuchtet, sondern auch der technische Zustand der Anlage vor Ort gutachterlich überprüft werden. Auch die Wartungsdokumentation und die letzten Prüfgutachten sollten lückenlos vorhanden sein. Sie werden ebenfalls ausgewertet. Zudem sollte geklärt werden, wie es mit der Lieferbarkeit von Ersatzteilen aussieht. Letzten Endes müssen alle Komponenten genau unter die Lupe genommen werden, die beim Weiterbetrieb eine Rolle spielen könnten. Liegen alle Fakten auf dem Tisch, sollten Optimierungsmaßnahmen durchgesprochen werden und der Betreiber über die daraus resultierende neue Risikostruktur seines Assets aufgeklärt werden. Das ist wichtig, denn der kaufmännische und technische Rund-um-Check ist nicht nur eine wichtige Entscheidungsgrundlage für den Betreiber selbst, sondern auch die Verhandlungsbasis für einen längerfristigen Stromabnahmevertrag bei einem Direktvermarkter. Juwi arbeitet hier zum Beispiel eng mit seinem Mutterkonzern MVV zusammen, die über jahrelange Erfahrung in der Direktvermarktung verfügen und über den bei Bedarf entsprechende Power-Purchase-Agreements vermittelt werden können.

Ist die Entscheidung für den Weiterbetrieb gefallen, wird in der dritten Phase die Standsicherheit der Anlage gutachterlich überprüft und zertifiziert. Damit wäre die gesetzliche Voraussetzung für den Weiterbetrieb geschaffen und profitable Windenergie-Standorte, für die der Königsweg Repowering versperrt ist, können möglichst lange weitergenutzt werden.

 

Autor:
Stefanie Heidrich, Teamleiterin in der kaufmännischen Betriebsführung bei der juwi Operations & Maintenance GmbH

 


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