„Es braucht eine Antwort auf die zweite fossile Energiekrise innerhalb weniger Jahre. Deutschland muss ein resilientes und zukunftsfähiges Energiesystem etablieren. Die Windenergie an Land kann liefern und ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die Bundesregierung macht dafür den Weg frei“,
zeigte sich Bärbel Heidebroek, Präsidentin des BWE, zuversichtlich.
„Damit die jetzt genannten zusätzlichen Kapazitäten 2030 auch am Netz sind, müssen die Ausschreibungen für diesen Booster bis Ende 2027 erfolgen. Ausreichend genehmigte Projekte mit Netzanschluss stehen bereit, um im Wettbewerb zu überzeugen. Gleichzeitig stellen wir uns gemeinsam Herausforderungen der Netzinfrastruktur. Dafür hat der BWE im Rahmen einer Beschleunigungsagenda konkrete Vorschläge gemacht. Wir stehen für die erzeugerseitige Überbauung der Netzverknüpfungspunkte, um die vorhandenen Netzkapazitäten effizienter zu nutzen. Es braucht ein klares GO für Co-Location-Projekte, um Flexibilität zu schaffen und Netzengpässe sowie Erzeugungsspitzen zu überbrücken. Und schließlich sollten auch Lasten wie zum Beispiel Rechenzentren systematisch in diese Strukturen eingebunden werden.
Es gilt jetzt, im EEG, im Netzpaket und in weiteren Novellen, wie etwa dem Baugesetzbuch, die Weichen zu stellen: für einen starken Ausbau der Erneuerbaren und für die Übernahme von Verantwortung durch die Erneuerbaren, u. a. durch einen klugen PPA-Rahmen, Direktbelieferung von industriellem Mittelstand und regionale Stromnutzung. Für das gemeinsame Anpacken der Herausforderungen in der Netzinfrastruktur durch Erneuerbare Erzeuger und Netzbetreiber. Wir stehen bereit.“
Anlässlich der Sonder-Energieministerkonferenz fordert BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek den schnelleren Ausbau der Windkraft.
„Angesichts wiederkehrender Energiekrisen muss Deutschland seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern schnellstmöglich beenden. Die Erneuerbaren Energien stehen bereit, eine noch größere Rolle zu übernehmen. Die Windenergiebranche ist der entscheidende Leistungsträger und sieht sich in besonderer Verantwortung, die Energieversorgung resilient und zukunftsfähig zu gestalten. Um die Versorgung weiter zu stabilisieren, treiben wir den Ausbau von Speicherkapazitäten sowie den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft voran. Wenn die Bundesregierung jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schafft, können wir Deutschland besser für künftige Krisen wappnen“,
so Heidebroek.
„Konkrete Maßnahmen für ein energieunabhängiges Deutschland liegen auf dem Tisch. Energieerzeuger können stärker Verantwortung über den Netzverknüpfungspunkt hinaus übernehmen. Bislang sind große Teile der Netzinfrastruktur nur unregelmäßig ausgelastet. Wenn Erzeuger und Verbraucher gleichermaßen Systemverantwortung übernehmen und Netzausbau sowie Digitalisierung vorankommen, können vorhandene Kapazitäten effizienter genutzt werden.
Wir setzen auf einen engen Schulterschluss mit Photovoltaik-Freiflächenanlagen am Netzanschlusspunkt, um die Netze besser auszulasten. Ebenso muss die Zusammenarbeit mit neuen Abnehmern wie Rechenzentren erleichtert werden. Mehr marktwirtschaftlicher Wettbewerb stärkt die Windenergie weiter. Dafür braucht es rasche Klarheit bei der Direktbelieferung: Unternehmen müssen Strom direkt beziehen und so die wirtschaftliche Verantwortung tragen können. Die EEG-Novelle muss dafür die Weichen stellen: Physikalische Direktbelieferung und ein klarer Rahmen für Power-Purchase-Agreements (PPAs) müssen jetzt kommen“,
erklärt die BWE-Präsidentin.
Heidebroek weiter:
„Neben schnellerem Ausbau braucht es auch einen stärkeren Fokus auf Anlagen- und Cybersicherheit. Die Bundesregierung muss Konzepte vorlegen, wie Windenergieanlagen besser geschützt werden können. Mit dem nötigen Rückenwind können die Erneuerbaren ihr volles Potenzial entfalten und einen entscheidenden Beitrag zur unabhängigen und klimaneutralen Energieversorgung leisten. Ziel muss es sein, jede produzierbare Kilowattstunde nutzbar zu machen.“
Quelle: BWE
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