89 Prozent Marktanteil von Siemens

Offshorepark DanTysk, 288 MW, mit 80 Siemens SWT-3.6-120 Anlagen

Offshore: Die Hälfte steht, ein Viertel ist absehbar und nur das letzte Viertel fehlt noch – das ist der Stand der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee. Siemens dominiert den Markt.

Nach dem faktischen Ausscheiden von Bard Engineering aus der Reihe der Anbieter von Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) hat Siemens eine beherrschende Stellung in dem Markt: 89 Prozent der 2014 in der Deutschen See neu ins Netz einspeisenden Anlagen kommen aus den dänischen Produktionsstätten des Unternehmens. Areva (7 %) und Senvion (vormals Repower, 2 %) sind weit abgeschlagen. Insgesamt sind in Nord- und Ostsee im vergangenen Jahr 528,9 MW neu ans Netz gegangen. Die installierte Leistung der Anlagen in Betrieb lag damit zum Jahresende bei 1.050 MW. Bei den Gesamtinstallationen hat Bard noch einen Anteil von 39 % - Bard Offshore 1 ist mit 400 MW immer noch der größte deutsche Offshorewindpark in Betrieb. Siemens auch die Liste der Gesamtinstallationen mit 50 % an (Areva 7 %, Senvion 4 %). 

Für die aktuelle Zusatzauswertung zum „Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland 2014“ hat die Deutsche Windguard sich neben den Marktanteilen besonders die Lücke angeschaut, die zwischen dem Offshore-Ausbauziel von 6.500 MW bis 2020 und dem Status Quo besteht: Anlagen mit Netzeinspeisung (1.050 MW) und ohne Netzeinspeisung (1.303 MW) sowie Anlagen im Bau (923 MW) erreichen danach 3.275 MW. Das ist knapp mehr als die Hälfte des von der Bundesregierung ausgegebenen Ziels. Diese Kapazität dürfte nun auch kurzfristig bereit stehen.

Nach Angaben der Deutschen Windguard stehen in der Nordsee drei weitere Projekte durch abgeschlossene Finanzierungsentscheidungen vor der Realisierung: Godewind 01 und 02 (332 MW und 252 MW), Sandbank (288 MW) und Nordsee One (332 MW) kommen zusammen auf 1204 MW. In der Ostsee sind für das Projekt Wikinger (400 MW) bereits Aufträge für Lieferung und Wartung der Turbinen vergeben worden. Wikinger soll 2017 ans Netz gehen.

Danach bliebe bis zum 6.500-MW-Ziel der Bundesregierung noch eine Lücke von 1.620 MW. Dabei befinden sich weitere 2.607 MW in fortgeschrittener Planung.

In der Nordsee hat Tennet die Netzkapazitäten für sieben weitere Windparks vergeben: Für MEG Offshore 1 (400 MW installierte Leistung), Veja Mate (400 MW), Nodergründe (111 MW), Borkum Riffgrund 2 (450 M), EnBW Hohe See (450 MW) und Borkum West II (200 MW) sollen nach der bisherigen Planung die Anbindungen Schritt für Schritt bis spätestens 2019 zur Verfügung gestellt werden. Dazu kommt das Projekt Deutsche Bucht mit 210 MW, für dessen Anbindung über die Trasse BorWin 4 Tennet bisher zwar keinen Zeitplan angibt. Für die Anbindung von Deutsche Bucht soll es aber eine Zwischenlösung geben und die Investoren der Highland Group Holding Limited halten daran fest, dass der Windpark 2019 in Betrieb geht. In der Ostsee verfügt zudem das Projekt Arkona Becken Südost (385 MW) über eine Netzzusage.

„Auch wenn vielleicht nicht alle diese Projekte bis 2020 umgesetzt werden bin ich zuversichtlich, dass zumindest das Zwischenziel von 6.500 MW jetzt erreicht wird“, ordnet Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore Windenergie in Berlin, die heute bestehenden Planungen ein.

Ausbaustatus an Nord- und Ostsee